1981-1990

Neue Strukturen

 Zu Beginn der 80er Jahre war die Deutsche Schule in der Grundschule dreizügig, das Gymnasium einzügig. Das hatte beim Übergang von der 4. Grundschulklasse in die 5. Klasse des Gymnasiums immer wieder zu Problemen geführt. Wegen des Mangels an verfügbaren Plätzen im Gymnasium wurden auch portugiesische Schüler abgelehnt, die für den Besuch des Gymnasiums geeignet schienen. Der Schulverein und die Schulleitung beantragten bei der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen die Weiterführung der für die 5. und 6. Klasse schon genehmigten Zweizügigkeit, so dass ab 1984 alle Gymnasialklassen zweizügig geführt werden konnten. Dafür musste die Grundschule ihre Dreizügigkeit zugunsten von nur noch zwei Klassen aufgeben. Notwendige Baumaßnahmen zur Erweiterung der Schule musste man aus eigenen Mitteln finanzieren, die Schulbeihilfe wurde bereits im Schuljahr 1980/81 gekürzt. Daraufhin erhöhte der Schulvorstand die Schulgelder im März 1981 um 40%.
Die Baumaßnahmen veränderten die Grundschule durch das Einfügen von Trennwänden, um aus großen Klassenräumen mehrere kleine zu machen. Die finanziellen Mittel wurden durch Spenden der deutschen Industrie und des Handels aufgebracht. Im Schuljahr 1983/84 konnten vier neue Klassenräume und Sanitärräume im Pavillon errichtet werden. Die Eltern mussten zur Finanzierung ein zinsloses Darlehen in Höhe von 12.000 Escudos einbringen, dass erst beim Abgang des Schülers von der Schule zurückerstattet wurde. Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen in Köln finanzierte die Ausstattung der Räume mit Schulmöbeln.
1986 wurden während der Sommerferien die Gebäude der Grundschule ausgebaut. Im zweiten Geschoss entstanden zwei zusätzliche große Klassenräume. Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen finanzierte zwei Drittel der Kosten durch Zuschuss, die Restfinanzierung trug der Schulverein aus eigenen Mitteln. Drei Jahre später wurde während der Sommerferien 1989 ein zweites Stockwerk auf den Pavillon aufgesetzt, der Schulverein finanzierte diese Baumaßnahme ausEigenmitteln. Die Neu- und Anbauten entlasteten den ständigen Raummangel der Deutschen Schule, den man bis dahin durch „wandernde“ Klassen ohne eigenes Klassenzimmer zu beheben versuchte.
Im Kindergarten konnten die Erzieherinnen sechs Gruppen betreuen, die pädagogischen Rahmenbedingungen verbesserten sich erheblich. Das Lehrerzimmer wurde vergrößert, auch die Verwaltung der Schule erhielt einen eigenen Raum. Alle Baumaßnahmen erfolgten in dem begrenzten Zeitraum der Sommerferien und wurden stets termingerecht unter zuverlässiger Bauausführung erledigt.
Den äußeren Veränderungen der Deutschen Schule zu Porto entsprachen die Veränderungen der inneren Struktur.
In den 80er Jahren gab es in der Grundschule noch die Deutschsprachigen C-Klassen, die deutschsprechenden Schüler eines Janrgangs waren in einer Jahrgangslerngruppe zusammengefasst. Um dem Konzept der Begegnungsschule besser gerechtzu werden, wurden jetztalle Kinder vom Kindergarten bis zur Reifeprüfung gleichmäßig auf die Lerngruppen eines Jahrgangs verteilt.
Die Deutsche Schule zu Porto war auch kultureller Treffpunkt für die deutsche Kolonie in Porto geblieben. In ihren Räumen fanden Dichterlesungen, Theateraufführungen, Musiikveranstaltungen und Feste statt, die dem Schuljahr Struktur verliehen.
Das St. Martinsfest des Kindergartens und der Grundschule auf dem Schulhof mit großem Holzfeuer, Laternenumzug auf dem Schulhof und anschließendem Kastanienessen, der Weihnachtsbasar und die traditionelle Weihnachtsfeier, Aufführungen und die Prämierung der besten Schüler in Deutsch mit einem Buchpreis durch den Konsul der Bundesrepublik Deutschland gehörten zum festen Bestandteil des schulischen und kulturellen Lebens.
Weitere Feste im Laufe des Schuljahres führten Eltern, Lehrer und  Schüler zu Gesprächen zusammen, das Bierfest und ein festlicher Galaabend der 11. Klassen diente der Finanzierung der Deutschlandfahrt der Schüler dieser Jahrgangsstufe. Seit Beginn der 80er Jahre schließt diese Studienfahrt auf Beschluss des Schulvorstands immer einen Besuch der deutschen Hauptstadt Berlin mit ein.
Darbietungen der Theatergruppe, des Instrumentalkreises, einer Vokalgruppe, des Schülerchors, eines Chor aus Eltern, Lehrern und Ehemaligen der Deutschen Schule und der Schulband gehörten stets zu den kulturellen Höhepunkten des schulischen Lebens.
Jahresberichte, die seit 1986 wieder regelmäßig erstellt wurden, dokumentierten den späteren Schülergenerationen die Chronik der Deutschen Schule und helfen vielleicht, einen Einblick in die kontinuierliche Arbeit der Schule  zu geben. Auch ihr Wert als Erinnerung an die eigene Schulzeit der Deutschen Schule sollte für die Schüler, Eltern und Lehrer nicht unterschätzt werden.
Neben der Unterrichtsarbeit hat die Deutsche Schule immer auch außerunterrichtliche Aktivitäten angeboten. Vor allem an Sport-AGs (Fußball, Handball, Volleyball, Basketball u.a) nahmen die Schüler zahlreich teil; seit einigen Jahren treffen sich die Schüler der Deutschen Schulen in Porto, Lissabon, Madrid und Marbella / Spanien regelmäßig zu gemeinsamen Sportwettkämpfen, zu denen sie an einer der Schulen für einige Tage zusammenkommen.
Von den 80er Jahren bis zur Mitte der 90er Jahre war die Schule zu Porto auch regelmäßig Tagungsort für Lehrgänge und Weiterbildungsveranstaltungen für deutsche Auslandslehrkräfte. In den Schuljahren 1981 /82, 1983/84 und 1985/86 fanden die ersten Lehrgänge des BundesverwaItungsamtes (BVA) für Verwaltungsleiter an deutschen Schulen im Ausland in Porto statt. In fast allen Schuljahren wurden Fortbildungsveranstaltungen für Deutsch als Fremdsprache (DaF) durchgeführt, die von einem Beauftragten der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen geleitet wurden. Im Oktober 1987 wurden zum ersten Mal die Schulleiter der Deutschen Schulen der Iberischen Halbinsel zu ihrer jährlichen Regionaltagung in Porto begrüßt. Auch für vermittelte Lehrkräfte in der Sprachregelung der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen „Auslandsdienstlehrkraft“ (ADLK) genannt, wurden an der Deutschen Schule zu Porto Vorbereitungslehrgänge veranstaltet.
In den 80er Jahre wurden die Formen der inneren Schulstruktur der Deutschen Schule zu Porto weiter gefestigt. Die Beteiligung der Schüler-. Eltern- und Lehrervertreter ist in ihren jeweiligen Vertretungen, die regelmäßig zusammentreffen, durch Statuten fest umrissen. Probleme werden in den Gruppen diskutiert und der Schulleitung und dem Schulvorstand zur Kenntnis gebracht.
Zu den herausragenden Ereignissen ihrer jüngeren Geschichte gehörte am 28. März 1990 der Besuch des Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland in der Stadt Porto und an der Deutschen Schule zu Porto. Der Besuch von Dr. Richard von Weizsäcker und seiner Ehefrau wurde schon Monate im Voraus vorbereitet. Der Chef des Protokolls reiste aus Bonn an, ein Fotograf wurde beauftragt, den Besuch durch Videofilmaufnahmen zu dokumentieren, Fotos sollten für das Fotoalbum der Schule bleibende Erinnerungen festhalten.
Der Bundespräsident kam am Besuchstag um 15:45 Uhr an der Schule an und wurde vom Vorsitzenden des Vorstands des Schulvereins, Winfried Benkert, und dem Schulleiter, Klaus Hohoff, und von vielen  Schülern begrüßt. Auf Wunsch des Bundespräsidenten diskutierten die beiden Abschlussklassen in einem 50 Minuten dauernden Gespräch gemeinsam das Thema „Deutschland  in Europa“, in dem sich die Schüler gut vorbereitet zeigten. Frau Marianne von Weizsäcker besuchte währenddessen den Kindergarten und die Grundschule. Gegen 16:40 Uhr verließ der Bundespräsident die Deutsche Schule, um anschließend im Hotel Meridien einen Empfang für die deutsche Kolonie in Porto zu geben.
Die Reifeprüfungen an der Deutschen Schule zu Porto fanden regelmäßig in gut vorbereiteter Normalität statt. Die aus Deutschland angereisten Prüfungsleiter der KMK – OschR Brodde – Hamburg, MR Diehl – Nordrhein-Westfalen, MR Schumacher – Nordrhein-Westfalen und MR Kissner – Hessen konnten zufriedenstellende Abiturientenzahlen, und -ergebnisse feststellen. Nur wenige Schüler bestanden die Reifeprüfung nicht.
Am 3. Juli 1991 beging die Deutsche Schule mit einem Festakt das Jubiläum ihres 90-jährigen Bestehens Der .damalige Fachleiter Deutsch, Dr. Reinhard Biedermann, verfasste 1991 die Festschrift „Deutsche Schule zu Porto 1901-1991“, in dem die Geschichte und Entwicklung der Deutschen Schule seit ihrer Gründung auf breitem Raum dargestellt wurde. Noch lebende Zeitzeugen trugen in Gesprächen mit dem Chronisten dazu bei, dass auch die Zeit des Nationalsozialismus und die Verstrickungen von Menschen an der Deutschen Schule zu Porto in die dunkelste Phase der deutschen Geschichte aufgezeigt und erklärt wurden, um den nachfolgenden Schülergenerationen Mahnung und Warnung zu sein.

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