1971-1980

Die 70er Jahre – Veränderungen

 Bis 1971 war der Ausbau der Deutschen Schule zu Porto zur „Vollanstalt“ abgeschlossen. Die ersten acht Schülerinnen bestanden im Juni 1971 die Reifeprüfung, sieben der Schülerinnen absolvierten auch die Aufnahmeprüfung der Universität in Coimbra ohne zusätzliche mündliche Prüfung.

Im gleichen Jahr wurde der Deutschen Schule zu Porto durch intensive Bemühungen des Schulvereinsvorstands als einziger Auslandsschule in Portugal die „equiparação“ zuerkannt, so dass die schulische Ausbildung der an portugiesischen Staatsschulen gleichgestellt wurde. Jetzt berechtigte die bestande Reifeprüfung ihre Schüler zum Besuch einer Universität in Portugal und in der Bundesrepublik Deutschland. Da der lange Militärdienst in Portugal dem Verbleib der portugiesischen Jungen in der dreijährigen gymnasialen Oberstufe der Deutschen Schule entgegenstand, wurde am 15. Juni 1976 bei den zuständigen deutschen Behörden der Antrag auf Verkürzung der Schulzeit auf 12 Jahre gestellt; bis dahin hatten nur Schülerinnen die Klassen der Oberstufe besucht.

Die KMK erkannte durch Beschluss vom März 1973 der Schule den Rang einer „deutschen Auslandsschule, die zur Reifeprüfung führt“, zu, so dass die Deutsche Schule zu Porto damals zum exklusiven Kreis der wenig mehr als 20 Auslandsschulen der Bundesrepublik Deutschland gehörte, die dieses Prädikat führen durften. Im Schuljahr 1974/75 erhielt zum ersten Mal ein Schüler der Schule – Hernâni Schwinghammer Faria – ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes(DAAD).

Der Umsturz des herrschenden Regimes in Portugal am 25. April 1974 bereitete auch der Deutschen Schule zu Porto Probleme; zum Vorteil geriet sicher der Umstand, dass die Schule von einem demokratischen Deutschland unterhalten wurde, dass mit der gestürzten politischen Ordnung nichts gemein hatte. Die Schule konzentrierte sich in den politischen Wirrnissen ganz auf ihre unterrichtliche und erzieherische Arbeit. Dass die revolutionäre Bewegung im Lande und der Zustand der Ungeordnetheit und Unsicherheit vor dem Tor der Deutschen Schule Halt machte, hat den Ruf der Deutschen Schule in der Öffentlichkeit gefördert.

1974 besuchte zum ersten Mal ein Leiter der 1969 gegründeten Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) in Köln – Abteilungspräsident E. Onnen – die Deutsche Schule zu Porto. In der Grundschule erhielten alle portugiesischen Kinder Unterricht in Deutsch als Fremdsprache, unterrichtet wurde mit dem Lehrwerk „Vorwärts International“, erarbeitet von der Nuffield Foundation in Southhampton / GB. Am Ende des 4. Grundschuljahres mussten aus drei Klassen zwei 5. Klassen der Oberschule gebildet werden. Dazu wurde ein neues Auswahlverfahren geschaffen, dass nicht mehr nur die punktuellen Ergebnisse am Prüfungstag berücksichtigte, sondern auch die kontinuierliche Lernentwicklung der Schüler während der 4. Klasse bewertete. Bis zur 8. Klasse wurde der Deutschunterricht differenziert gehalten, die Schüler wurden in Klassen mit Deutsch als Muttersprache (DaM) oder Deutsch als Fremdsprache (DaF) unterrichtet.

1976 feierte die Deutsche Schule zu Porto das Jubiläum des 75. Jahres ihres Bestehens. Aus diesem Anlass fanden am 18. November ein Schülerkonzert im Festsaal der Schule, am 19. November eine ökumenische Feierstunde im Musiksaal, nachmittags eine Ausstellung in der Pausenhalle mit Dokumenten aus der Geschichte der Schule, am 20. November ein Schulfest auf dem Schulhof und ein Festakt im Festsaal statt. Unter den Ehrengästen waren der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Portugal, Prof. Dr. Caspari, und ein Leiter der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen, Abteilungspräsident Dr. Becker.

Der Schulvorstand und das Lehrerkollegium stellten am Ende der 70er Jahre Überlegungen für die Zukunft an, die Deutsche Schule zu Porto zweizügig zu führen, da sich eine große Zahl von befähigten Grundschülern für die 5. Klassenstufe abzeichnete. Gleichzeitig bemühten sich die zuständigen Schulgremien einschließlich des im November 1979 gegründeten Schulelternbeirats um die Einführung einer Orientierungsstufe für das 5. Und 6. Schuljahr. Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen genehmigte die entsprechenden Anträge mit der Maßgabe, dass nach der 6. Klasse die Deutsche Schule weiter einzügig geführt wurde. So gewann man Zeit zur Beobachtung der Schüler, von denen diejenigen, die den besonderen Belastungen durch die bilinguale Ausbildung nicht gewachsen waren, zum Goethe-Institut oder auf portugiesischen Schulen geschickt wurden. Bevorstehende Umbaumaßnahmen sollten am Ende des Jahrzehnts dem Problem für die Aufnahme weiterer Kandidaten in das Gymnasium entgegenwirken.

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