Ü 3: Gespräch mit dem Chef

Setzen Sie Formen der Modalverben "sollen" und "müssen"! Beachten Sie auch, dass es Indikativ- und Konjunktivformen in diesem Text gibt!

CHEF: Herr Müller, ich ganz dringend mit Ihnen sprechen.
MÜLLER: Aber natürlich, Chef. ich hereinkommen und die Tür zuschließen?
CHEF: Ja, bitte. Übrigens Herr Müller, ich Ihnen von meiner Frau noch einmal für den herrlichen Abend bei Ihnen danken.
MÜLLER: Nichts zu danken. Meine Frau hat gestern Abend noch gesagt, dass wir dieses Abendessen demnächst unbedingt wiederholen .
CHEF: Ja, sicher, gute Idee, ich finde auch, das wir im Auge behalten. Vorher Sie aber mal zu uns nach Hause kommen. Aber nun zu der Sache, weshalb ich mich dringend mit Ihnen unterhalten .
MÜLLER: Worum geht's denn. Heißt das, wir wieder Kurzarbeit ankündigen?
CHEF: Nein, nein, ich habe einen Brief aus der Firmenzentrale bekommen. Sie zu einer Fortbildung fahren. Als Leiter der Personalabteilung Sie ja leider auch die Entlassungsgespräche führen. Und die aus der Zentrale meinen, Sie auf solche Gespräche vorbereitet sein.
MÜLLER: Wie bitte, das heißen, dass unsere Auftragslage nicht gut ist und wir wieder Leute entlassen ?
CHEF: Lieber Müller, wir wohl oder übel an solch unangenehme Sachen denken, auch wenn wir - wenigstens im Moment - keine Anweisungen aus der Zentrale haben, dass wir Entlassungen in die Wege leiten .
MÜLLER: Ich mache meinen Job wirklich sehr gerne, aber eins ich wirklich zugeben: diese Entlassungsgespräche sind schrecklich.
CHEF: Ich verstehe Sie. Gott sei Dank ich solche Gespräche nicht führen. Ich kann mir gut vorstellen, wie belastend das für Sie sein .
MÜLLER: Verstehe ich das richtig: Auf der Fortbildung ich lernen, wie man entlässt? Solche Seminare gibt es???
CHEF: Ja. Und wissen Sie was: Ich habe gehört, dass das sogar ein gutes Geschäft für diese Firma sein , die diese Seminare anbietet. Sie wissen ja, wenn wir in einer Rezession sind, bleibt uns gar nichts anderes übrig, dann wir entlassen.
MÜLLER: Und beim Seminar lerne ich, wie das gehen , Mitarbeiter menschlich zu entlassen...
CHEF: Werden Sie bitte nicht zynisch! Sie daran denken, dass man vielleicht lernen , wie man den Menschen, von denen wir uns trennen , die Nachricht am besten übermittelt.
MÜLLER: Wann die Fortbildung denn stattfinden?
CHEF: Schon nächste Woche. Sie dann für 14 Tage nach Hamburg.
MÜLLER: Oh, das sein? Meine Frau hat nächste Woche Geburtstag. Außerdem mein Sohn nächsten Montag gleich morgens um acht operiert werden, da wollte ich dabei sein.
CHEF: Ich glaube, Sie der Firmenzentrale nicht signalisieren, dass Sie nicht flexibel sind.
MÜLLER: Natürlich! Flexibel... Wie ich das meiner Frau sagen , dass sie ihren Geburtstag allein feiern , weiß ich zwar noch nicht, aber da ich mir wohl noch was einfallen lassen.
CHEF: Sagen Sie ihr doch, es geht um Ihre Karriere. Dafür sie doch Verständnis haben!
MÜLLER: Dafür sie Verständnis haben, aber ich fürchte, das hat sie im Moment nicht: die vielen Überstunden in letzter Zeit und der Sommerurlaub, den wir in letzter Minute absagen ...
CHEF: Na ja, ihre häuslichen Probleme Sie natürlich allein regeln. Aber sagen Sie ihr einen schönen Gruß von mir, sie an Ihre berufliche Zukunft denken.
MÜLLER: Gut, mache ich. Was sein , eben sein! Wir sehen uns dann um zehn zur Konferenz.