Universität Porto
Deutsch III
Anette Kind/Ulrich Kamien
Kubus 54 (Film 1): Ausländische Arbeitgeber (Länge 13.12 Minuten)
Lösungsblatt
Aufgabe 1: Textverständnis
1. Wann gab es einen deutlichen Wachstumsschub bei Ausländern, die in Deutschland eine eigene Firma aufmachten?
► seit Beginn der achtziger Jahre
2. Welche Firmen werden im Text genannt, die von ausländischen Chefs geleitet werden?
► Einzelhandelsgeschäft, Reisebranche, Softwarefirma
3. In welchem Bereich sind Firmen mit ausländischen Chefs besonders weit verbreitet?
► in der Gastronomie
4. Worüber möchten die Wirtschaftsverbände noch mehr wissen?
► über die Leistungskraft der kleineren Betriebe
5. Was bedeutet die Zahl 260 000 in diesem Text?
► das sind deutsche Mitarbeiter, die für türkische Chefs arbeiten
6. Welche Rechte und Pflichten haben ausländische Unternehmer in Deutschland?
► die gleichen Rechte und Pflichten wie die deutschen Unternehmer
7. Welches Integrationsproblem für ausländische Selbstständige wird im Text genannt?
► die strenge Berufszulassungsregelung im deutschen Handwerk
8. Was muss auf europäischer Ebene noch gefunden werden?
► eine vereinheitlichende Regelung
9. Welche Ideen hat die Bundesregierung zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit entwickelt?
► Ich-AG's und Familien-AG's
10. Warum könnten diese Unternehmensformen gerade für ausländische Mitbürger interessant sein?
► das sind jene Strukturen, in denen ausländische Unternehmer zu Hause sind
Aufgabe 2: Hörverstehen
1. Wo gehen in den Großkonzernen Arbeitsplätze verloren?
► weltweit
2. Was wird als Motor der Wirtschaft bezeichnet?
► Handwerk, Handel und Dienstleistung
3. Was hat Georgios Paridis hinter sich?
► eine für deutsche Verhältnisse ungewöhnliche Karriere
4. Was hat Georgios Paridis festgestellt, als er nach Deutschland kam?
► dass hier (in Deutschland) alles anders funktioniert als in Griechenland
5. Wie viele Arbeitsplätze sind in Deutschland von einem ausländischen Chef abhängig?
► über eine Million Arbeitsplätze
6. Welche Bedeutung hat der Außenhandel für Deutschland ?
► er ist klassisch wichtig für die deutsche Wirtschaft
7. Welche Regeln gelten für EU-Bürger, die in Deutschland ein Unternehmen gründen?
► zahlreiche Sonderregelungen
8. Welche Nationalität besitzt Attila Ihmer?
► deutscher Staatsbürger (gebürtiger Türke)
9. Wo macht Herr Ihmer Geschäfte?
► er hat Geschäftskontakte in der ganzen Welt
10. Wie findet Herr Ihmer die deutsche Lebensmittelüberwachung?
► kleinkarierter als woanders in Europa + gut, dass man so streng bei Lebensmitteln ist
11. Welches Problem hatte Herr Ihmer mit deutschen Mitarbeitern?
► wollten in Spitzenzeiten Überstunden bezahlt haben / waren nicht flexibel
12. Welches Problem hatte Phillipos Platis, als er seine Werkstatt eröffnete?
► ihm fehlte der Titel des Kfz-Meisters (Kfz = Kraftfahrzeug = Auto)
13. Was meint Herr Platis: Weshalb gehen Kunden zu einem Meisterbetrieb?
► weil sie sich da (vielleicht) sicherer fühlen
14. Wie steht es mit Berufsabschlüssen, die im Ausland gemacht worden sind?
► werden in Deutschland in geringem Maße anerkannt
15. Was unterscheidet laut Fritz Burkhard Unternehmen mit ausländischem Chef von solchen mit deutschem Chef?
► mehr Toleranz
16. Was stört die Buchhalterin Gerda Hahn an ihrem griechischen Arbeitgeber?
► wenn viele Griechen zusammen sind, reden sie nur noch Griechisch
17. Was empfinden Politik und Wirtschaft als Manko bei ausländischen Firmenchefs?
► mangelnde Zahl an Ausbildungsplätzen
18. Welche Chance sieht Katharina Kanschat bei ausländischen Unternehmen?
► da könnten noch viele Ausbildungsplätze eingerichtet werden
19. Wie beschreibt Frau Kanschat die Atmosphäre in diesen Firmen?
► als wesentlich familiärer
20. Welche politischen Vorteile sieht Herr Paridis gegenüber seinem Heimatland?
► man ist als Selbstständiger nicht so abhängig von einem Regierungswechsel
21. Was machen Herr Platis und seine Leute, wenn gerade mal nichts zu tun ist?
► sie setzen sich zu einem Kaffee hin
22. Welchen Unterschied sieht Frau Kanschat zwischen deutschen und nicht-deutschen Arbeitgebern?
► sind zu größeren Risiken bereit / der Wunsch nach Selbstständigkeit ist größer
23. Was hilft vielleicht, wenn es eine wirtschaftliche Krise gibt?
► vielleicht muss man härtere Zeiten einmal selbst erlebt haben
KuBus 54 - Ausländische Arbeitgeber (Filmtext)
00'03"
Es sind schwierige Zeiten für die Wirtschaft. Nicht nur in Deutschland.
00'08"
Weltweit gehen in den Großkonzernen Arbeitsplätze verloren.
Viele davon unwiederbringlich.
00'17"
Und immer dann, wenn es die Großen nicht schaffen, geraten die Kleinen in den Vordergrund.
00'24"
Der Mittelstand soll es richten. Kleinst-, Klein- und mittelgroße Unternehmen.
00'31"
Handwerk, Handel und Dienstleistung als Motor der Wirtschaft.
00'39"
Eine neue unternehmerische Unabhängigkeit soll den Weg aus der Krise weisen.
00'48"
Wuppertal
00'50"
In der Nähe der berühmten Schwebebahn hat die Teppichverarbeitung von Georgios Paridis ihren Sitz..
00'56"
Paridis hat eine für deutsche Verhältnisse ungewöhnliche Karriere hinter sich.
01'01"
Paridis ist Grieche und kam 1979 nicht etwa als Gastarbeiter – wie die meisten seiner Landsleute - nach Deutschland.
01'11"
Nein. Paridis wollte von Beginn an Unternehmer werden. Selbstständig und unabhängig.
01'15" O-Ton Georgios Paridis
"Ich bin in Nordgriechenland geboren, und meine Familie war so eine Bauernfamilie, und wir haben damals hart arbeiten müssen, damit wir unser tägliches Brot verdienen und dass ich das Abitur machen konnte. Als ich nach Deutschland kam, da habe ich festgestellt, dass das hier alles anders funktioniert als in Griechenland. Ich konnte die griechische Situation mit der deutschen Situation vergleichen, und da habe ich schon gemerkt, dass man hier als Unternehmer einen guten Standort hat, um weiter tätig zu sein. Das sind welche, die Ausländer nicht ernst nehmen als Unternehmer, die sind gewöhnt, dass alle Ausländer als Gastarbeiter hier arbeiten, aber wie gesagt, Gott sei Dank sind nicht alle Geschäftsleute so wie der, der sagt: Ja? Ihr Chef ist Grieche? Wie kommt das denn?"
02'03"
Der Sprung aus der Agrarkultur der griechischen Provinz zum erfolgreichen Unternehmer in Deutschland ist gewaltig, aber nicht mehr ungewöhnlich.
02'11"
Etwa 270.000 Betriebe in Deutschland haben einen ausländischen Chef. Über eine Million Arbeitsplätze sind davon abhängig.
02'20"
Ein Wirtschaftsfaktor, der gefördert wird. So zum Beispiel durch Kausa, eine Initiative der Bundesregierung und der Industrie- und Handelskammern, die sich speziell um die Ausbildungsförderung in ausländischen Unternehmen kümmert:
02'37" O-Ton Katharina Kanschat, KAUSA
"Die Unternehmer ausländischer Herkunft spielen mittlerweile eine sehr große Rolle, man kann sagen: In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Unternehmen doch rapide gewachsen, und es bringt auch ein entsprechendes Wirtschaftsvolumen mit sich. Ich glaube, es sind mittlerweile eine Anzahl von Unternehmen, die sehr viel beitragen zur deutschen Wirtschaft und die natürlich auch in Bezug auf den Außenhandel, der ja klassisch wichtig ist für die deutsche Wirtschaft, auch eine Rolle als Brücke zu Ländern wie der Türkei, Griechenland, Italien, Spanien, Portugal (schlägt) spielt."
03'11"
Selbstständigkeit in Deutschland ist für Ausländer heutzutage wesentlich einfacher, als dies noch vor 20 Jahren der Fall war.
03'19"
In der Praxis sind viele Hürden gefallen: für Unternehmensgründer aus Mitgliedsstaaten der europäischen Union gilt Niederlassungsfreiheit ohne Einschränkungen.
03'29"
Aber auch für Nicht EU-Bürger gelten zahlreiche Sonderregelungen und Abkommen. Niemand möchte erfolgreiche Unternehmungen bremsen, schon gar nicht in Zeiten leerer Kassen und hoher Arbeitslosigkeit.
03'43"
Attila Ihmer ist seit über 20 Jahren im Lebensmittelgeschäft. Der gebürtige Türke betreibt einen Feinkost-Großhandel in Köln und beschäftigt 13 Mitarbeiter.
03'54"
Er hat damals die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen, um sein Unternehmen führen zu können.
04'05" O-Ton Attila Ihmer
"Damals gab es auch noch nicht so viele türkische Geschäfte, die liefen aber über Strohmänner, sozusagen. Es gab einige Deutsche, einige Türken waren mit Deutschen verheiratet, die Geschäfte machen durften, und so weiter."
04'22"
Ihmer unterhält Geschäftskontakte in die ganze Welt und ist mit seiner Situation zufrieden. Trotz so mancher Eigenheit des Standorts Deutschland.
04'33" O-Ton Attila Ihmer
"Ich kann mich nicht beklagen, eigentlich. Obwohl wir manchmal auch Schwierigkeiten mit dem Lebensmittelüberwachungsamt haben, dass sie etwas kleinkarierter sind als woanders in Europa. Es ist auf der anderen Seite natürlich gut, dass man so streng ist bei Lebensmitteln. Natürlich fühle ich mich auch mächtig, sozusagen, dass mein Untenehmen bis jetzt über einhundertzwanzig Millionen Mark Steuern gezahlt hat. Das wissen auch die Leute zu schätzen, die mich kennen. Aber wenn ich irgendwo reingehe, werde ich genauso wie jeder Türke oder Ausländer behandelt, das ist ja auch klar."
05'19"
Weltoffen und erfolgsorientiert. Ihmers Großhandel präsentiert sich als modernes Unternehmen. Dass er fast nur türkische Mitarbeiter beschäftigt, liegt vor allem an seinen Produkten. Aber nicht nur.
05'34" O-Ton Attila Ihmer
"Wir hatten auch schon mal deutsche Mitarbeiter als Fahrer eingestellt. Manchmal hatten wir nichts zu tun, da brauchten sie nicht auf die Tour zu fahren im Sommer, wenn es weniger läuft. Aber wenn es um eine Stunde ging, die er mehr arbeiten musste, wollte er Überstunden haben. Also die Flexibilität ist bei den Deutschen nicht so gut wie bei türkischen Mitarbeitern."
05'58"
Philippos Platis ist ein erfahrener Automechaniker.
06'04"
Zwar gehört ihm eine Reparaturwerkstatt, aber er hat keinen Meistertitel. Diesen Titel muss man jedoch in Deutschland haben, um eine Kfz-Werkstatt betreiben zu dürfen.
06'15"
Deshalb musste Platis einen Meister einstellen. Als Legitimation und Aushängeschild sozusagen.
06'22" O-Ton Philippos Platis
"Ich denke, das ist eine typisch deutsche Geschichte, ja. Wobei: in anderen Ländern gibt es das mittlerweile auch, aber ich denke mir, jeder Kunde sollte das vielleicht selbst entscheiden. Es gibt Betriebe mit und ohne Meister. Wenn ich zu einem Meisterbetrieb gehen will, weil ich mich da sicherer fühle, soll ich hingehen als Kunde. Wenn nicht, mein Gott, dann geh' ich eben zu einem anderen Betrieb."
06'47
Wohlgemerkt: dieses Problem hat Platis nicht, weil er Ausländer ist. Aber: dieses Problem ist durchaus ein Hindernis, wenn es um die Niederlassungsfreiheit in Europa geht.
06'57" O-Ton Katharina Kanschat, KAUSA
"Es ist sicherlich ein Faktor für viele Unternehmer, dass gerade im Handwerk da die Dinge etwas schwieriger und etwas enger sind, um da reinzukommen. Dass also auch Berufsabschlüsse aus dem Ausland - das ist auch ein Riesenthema – Berufsabschlüsse aus dem Ausland hier in Deutschland in geringem Maße anerkannt werden."
07'17"
Der Prozess des Ausgleichs verschiedenster Interessen in Europa ist längst noch nicht abgeschlossen.
07'23"
Aber: die Betriebe mit ausländischen Selbstständigen zeigen in der Regel, wie Normalität im Arbeitsalltag erfolgreich erreicht werden kann.
07'30" O-Ton Fritz Burkhard, Kfz-Meister
"Der Herr Platis ist ein Mensch, der sich hier unwahrscheinlich eingeordnet hat, seine Mentalität hat er auch nicht verloren bei dieser ganzen Geschichte. Er ist immer noch Grieche. Und trotzdem ein toller Typ und ein guter Chef. Und von daher haben wir keine Probleme. Aber die anderen Betriebe, da spielt sich nichts anderes ab wie hier auch. Vielleicht ist hier ein bisschen mehr, wie soll ich sagen, Toleranz als in anderen Betrieben."
08'00"
Rund 40% aller Beschäftigten in Unternehmen mit ausländischen Inhabern sind Deutsche.
08'06"
So auch Gerda Hahn, die für Georgios Paridis die Buchhaltung führt.
08'11"
An einige Besonderheiten dieser Zusammenarbeit mussten sich alle Beteiligten erst einmal gewöhnen.
08'19" O-Ton Gerda Hahn, Buchhalterin
"Was mich besonders stört, ist, dass die Griechen, wenn sie in gesammelter Ladung auftauchen, sich nur griechisch unterhalten. Ob das am Telefon ist oder ob das so von Mann zu Mann ist. Und wenn man da als Deutsche dabei ist, dann ist das sehr unangenehm. Weil man immer – ich weiß auch nicht warum – ein schlechtes Gewissen hat, es wird über einen gesprochen, dass man irgendwas gemacht hat. Jetzt ist Griechenland ja ein Land aus dem Süden, die es mit den Gesetzen nicht ganz so genau nehmen wie wir. Und da war am Anfang schon sehr viel Arbeit nötig, den Herrn Paridis in die richtigen Bahnen zu lenken. Denn den Kopf muss ich ja hinhalten."
09'07"
So sehr sich Politik und Wirtschaft über den Unternehmergeist von ausländischen Mitbürgern freuen, so sehr wird bedauert, dass in diesen Betrieben nicht mehr Ausbildungsplätze vorhanden sind.
09'17"
Deutschlands Berufsausbildung gilt vielen als zu kompliziert und anspruchsvoll.
09'22" O-Ton Katharina Kanschat, KAUSA
"Viele wissen einfach nicht, wie es funktioniert. Viele glauben, es sei wahnsinnig schwierig und sind dann ganz überrascht, dass sie selber ausbilden können und dafür nur wenige Schritte erledigen müssen. Und ich glaube, dass da noch viele Ausbildungsplätze schlummern und wir da als Gesellschaft sehr von profitieren können, wenn da Ausbildungsplätze eingerichtet werden."
09'43"
Vielleicht ist dies aber auch nur eine Frage des Generationenwechsels. Noch sind die Firmen stark von der kulturellen Herkunft ihrer nicht in Deutschland geborenen Gründer geprägt, was die Angelegenheit für den Nachwuchs nicht unbedingt erleichtert.
09'58" O-Ton Katharina Kanschat, KAUSA
"Auf jeden Fall gibt es kulturelle Unterschiede, das ist ganz klar. Gerade in den kleineren und mittelgroßen Betrieben ist die Atmosphäre wesentlich familiärer. Und man ist dann eben auch in der Familie drin. Also: es gibt viele türkische Jugendliche, die sagen, ich geh' auf keinen Fall in einen türkischen Betrieb, da bin ich unter der Kontrolle, die ich ja gerade nicht mehr haben will. Also das gibt es. Es gibt aber auch die Betriebe, die ganz liberal und offen ausbilden."
10'25"
Eine gute Ausbildung ist für Georgios Paridis Grundlage allen unternehmerischen Handelns.
10'32"
Paridis hat sich in Deutschland aus- und weitergebildet. Mittlerweile besitzt der Vollblutunternehmer us-amerikanische und deutsche Patente auf seine Maschinen.
10'41"
Deutschland als Standort seines Unternehmens würde er nicht mehr eintauschen.
10'46" O-Ton Georgios Paridis
"Jetzt ist es ein Paradies für unternehmerische Tätigkeiten. Man kann planen. Man hat das Know-How, die Infrastruktur, die sind schon alle da.
Man ist hier als Selbständiger nicht so abhängig von einem Regierungswechsel. Kann sein, dass bei einem Regierungswechsel die Arbeitnehmer etwas mehr bekommen, aber das macht keine großen Unterschiede, die einen Unternehmer zum Wackeln bringen."
11'15"
Letztendlich fällt es schwer, etwas Besonderes zu finden, das diese Betriebe von vergleichbaren deutschen Unternehmen unterscheidet.
11'23"
Wenn, dann geht es um Atmosphärisches und individuelle Einstellungen.
11'28" O-Ton Philippos Platis (On)
"Es ist so, dass die Leute auch hier hin kommen allein der Sympathie wegen, weil die werden hier nicht schnell abgefertigt, sondern man kann hier auch mal ein Problemchen besprechen mit mir. Und wenn wir keine Arbeit haben sollten, dann setzen wir uns auch mal auf 'nen Kaffee hin. Das ist auch keine Thema, vielleicht ist das nicht das richtige Geschäftsdenken, aber o.k., wir sind eben so. Man lebt ja auch."
11'57"
Aber auch das macht die ausländischen Arbeitgeber nicht unbedingt zu schlechteren Unternehmern, wie die Erfahrung zeigt. Ganz im Gegenteil.
12'07" Ton Katharina Kanschat, KAUSA (Off)
"Ich denke, von der Tendenz her sind sie zu größeren Risiken bereit, ist der Wunsch nach Selbstständigkeit einfach größer. Man könnte vielleicht ein bisschen flapsig sagen, die Unternehmer sind härter im Nehmen, weil sie sich auch viel härter haben durchboxen müssen. Wenn man sich vorstellt, man geht in ein fremdes Land und gründet dort ein Unternehmen, da gehört schon einiges dazu. Oder man war vielleicht Arbeiter am Fließband und wird dann Unternehmer, das sind ja durchaus Karrieren, die es gibt. Ich denke, da ist man einfach ein bisschen härter im Nehmen und weiß auch, sich stärker durchzusetzen und ist dann vielleicht auch bereit, eine Krise einfach mal durchzustehen."
12'45"
Trotz wirtschaftlicher Flaute: Die Risikobereitschaft, der Drang zur Selbstständigkeit und der unternehmerische Elan unter ausländischen Mittelständlern in Deutschland scheinen ungebrochen.
12'57"
Und vielleicht muss man härtere Zeiten eben wirklich selbst einmal erlebt haben, um Krisen besser zu verkraften.
Ende bei 13'12
Goethe-Institut 2003