Deutsch III - Anette Kind/Ulrich Kamien

Universität Porto

 

Kubus 47: Die Pisa-Studie und ihre Folgen (Länge ca. 13 Minuten)

Studenten-Arbeitsblatt

 

Wir bieten Ihnen hier zwei von uns vorbereitete Arbeitsmöglichkeiten an.

Aufgabe 1 bezieht sich auf den Text “Hintergrundinformationen” zum Film. Dieser Text enthält Informationen, die im Film selbst eine große Rolle spielen. Es ist deshalb zu empfehlen, auch diese Leseverständnis-Übung zu machen, bevor Sie sich den Film anschauen.

Aufgabe 2 bezieht sich direkt auf den Film. Lesen Sie sich unbedingt die Fragen durch, bevor Sie sich den Film anschauen.

Wenn Sie wollen, schauen Sie sich den Film mit dem gesprochenen Textanschließend noch einmal an.

 

Hintergrundinformation

PISA ist die Abkürzung für "Programme for International Student Assessment". An dieser bislang größten Bildungsstudie beteiligen sich weltweit insgesamt 32 Staaten. PISA wird von der OECD, der "Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung" in Paris, durchgeführt. Für Deutschland übernahm das Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung die Aufgabe, den Pisa-Test durchzuführen.
Schulexperten der Teilnehmerstaaten mussten sich darüber verständigen, was von Brasilien bis Südkorea, von Deutschland bis in die USA als wirklich wesentlicher Grundstock der Schulbildung betrachtet werden sollte. Der Stoff musste so allgemein gültig sein, dass von Kindern aus allen Kontinenten die gleichen substanziellen Antworten zu erwarten waren. PISA ist somit zum Namen für den international anerkannten harten Kern der Schulbildung geworden.
Ziel von PISA ist es, vergleichbare Daten über die Leistungsfähigkeit der Bildungssysteme der einzelnen Staaten zu liefern. PISA soll die Stärken und Schwächen von 15jährigen Schülern und Schülerinnen erfassen und klären, wie gut die Jugendlichen auf die Anforderungen einer modernen Wissensgesellschaft vorbereitet sind.
Alle drei Jahre misst PISA die Leistungen von 15-jährigen Schülerinnen und Schülern in den Bereichen Leseverständnis, Mathematik und Naturwissenschaften. Zusätzlich werden fächerübergreifende Kompetenzen erfasst, die Auskunft darüber geben sollen, inwieweit die Jugendlichen in der Lage sind, die erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten zur Bewältigung von alltäglichen Aufgaben und Problemen einzusetzen. Die Ergebnisse von PISA werden unter Berücksichtigung der sozialen Lern- und Lebensbedingungen der Jugendlichen ausgewertet.
PISA fragt nicht den Stoff von Lehrplänen ab, es prüft erstmals, was Schüler für das Leben brauchen. Es geht weniger um das Buchstabieren von Texten als um die Lesbarkeit der Welt: um Verständnis, Orientierung, Handeln können. Auch Mathematik erscheint hierbei als eine Sprache, die Verstehenshorizonte eröffnet. Ihren Code zu beherrschen heißt, mehr als nur rechnen zu können. Mathematik befähigt zum Umgang mit Modellen.
Für den ersten Zyklus, dessen Ergebnisse jetzt vorliegen, wurden in jedem Land zwischen 4 500 und 10 000 Schüler getestet - in Deutschland für den internationalen Vergleich etwa 5000 aus 219 Schulen.
Bei der Ermittlung des Ist-Zustandes will PISA aber nicht stehen bleiben. PISA will nicht nur Problembereiche, sondern auch Ansatzpunkte für Verbesserungen in Schulen aufzeigen.
Die wichtigsten PISA-Ergebnisse in Kürze:

·                     Beim Lesen und Verstehen von Texten kommen deutsche Schüler unter den 32 Staaten auf Rang 21 bis 25. In der Mathematik-Grundbildung erreichen sie Platz 20 bis 22; bei den Naturwissenschaften landen sie auf Rang 19 bis 23.

·                     Fast zehn Prozent der international Befragten mangelt es an jeglichem Textverständnis. Diese Schüler scheitern schon an der Aufgabe, einfache Informationen in einem Text aufzuspüren. Die deutschen Schüler landeten mit neun Prozent unter dem Durchschnitt der OECD-Länder.

·                     In keinem anderen Industrieland ist die soziale Herkunft so entscheidend über den Schulerfolg wie in Deutschland. Anders als zum Beispiel in Kanada, Finnland, Japan oder Schweden schafft es Deutschland nicht, herkunftbedingte Lernnachteile auszugleichen. Bei gleichem Leistungsvermögen hat ein Arbeiterkind geringere Chancen als ein Akademikerkind, aufs Gymnasium zu kommen.

·                     Ausländerkinder werden in Deutschland schlechter als in anderen Industrienationen mit ähnlichem Ausländeranteil gefördert.

·                     Im OECD-Durchschnitt werden pro Schüler für die ersten zehn Schuljahre rund 44.000 Dollar investiert. In Deutschland sind es rund 42.000 Dollar.

Das deutsche Bildungswesen ist in verschiedene Bereiche gegliedert und unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland.
Zum Elementarbereich gehören die Einrichtungen, in denen Kinder vom vollendeten dritten Lebensjahr bis zum Schuleintritt betreut werden - der Kindergarten. Der Besuch ist nicht verpflichtend.
Der Primarbereich umfasst die Grundschulen vom ersten bis zum vierten, in Berlin bis zum sechsten Schuljahr. Die Grundschule ist die erste, in der Regel nach Vollendung des sechsten Lebensjahres (Beginn der Schulpflicht) von allen Kindern gemeinsam besuchte Pflichtschule.
Der Übergang von der Grundschule auf die nachfolgenden Schulen ist in Deutschland länderspezifisch geregelt. Der Sekundarbereich I umfasst das fünfte bis neunte, bzw. zehnte Schuljahr und ist differenziert in Hauptschule, Realschule und Gymnasium.
Dabei stellt die Hauptschule für alle Schüler, die nicht auf weiterführende Schulen wechseln, die Pflichtschule dar. Sie erweitert die in der Grundschule vermittelte Grundbildung vor allem im Hinblick auf Berufs- und Arbeitswelt. Sie endet mit dem neunten, in manchen Bundesländern mit dem zehnten Schuljahr.
Die Realschule vermittelt die Voraussetzungen für berufs- und studienqualifizierende Bildungsgänge im Sekundarbereich II; sie endet mit dem zehnten Schuljahr.
Die Klassen fünf bis zehn gehören zum Sekundarbereich I. Das Versetzungszeugnis der Klasse zehn entspricht der Fachhochschulreife und befähigt zu einem Studium an einer Fachhochschule.
Der Sekundarbereich II umfasst die Klassen elf bis dreizehn der Gymnasien und (nicht aller) Gesamtschulen. Er wird mit der Allgemeinen Hochschulreife (Abitur) abgeschlossen - Voraussetzung für ein Hochschulstudium
Die Gesamtschule ist in den 70er Jahren entstanden, es gibt sie in den meisten Bundesländern. Sie existiert neben dem dreigliedrigen Schulsystem. In der Gesamtschule können Abschlüsse erworben werden, die sonst Haupt-, Realschule und Gymnasien vermitteln.

Goethe-Institut 2002

 

Aufgabe 1: Lesen Sie sich die Hintergrundinformation durch!

1.      Wie viele Staaten haben weltweit an der Studie teilgenommen? __________________

2.      Worauf mussten sich die Schulexperten der verschiedenen Länder einigen? _______

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3.      Welches Ziel verfolgt die Pisa-Studie? ______________________________________

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4.      In welchen Fächern werden die Schüler überprüft? ____________________________

5.      Was wird bei Pisa abgetestet? ____________________________________________

6.      Was will Pisa mit der Studie erreichen? _____________________________________

7.      Was wird über die soziale Herkunft in Bezug auf den Lernerfolg gesagt? ___________

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8.      Wie sind Ausländerkinder in Deutschland gestellt? _____________________________

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9.      Müssen deutsche Kinder den Kindergarten besuchen? _________________________

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10.  Wer geht zur Hauptschule? _______________________________________________

11.  Welchen Schulabschluss braucht man in Deutschland, um ein Hochschulstudium

aufnehmen zu können? _____________________________________________________

12.  Welche Abschlüsse können in der Gesamtschule erworben werden? ______________

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Aufgabe 2: Sehen Sie sich den Film an. Lesen Sie sich vorher die Aufgaben zum Film durch.

Beantworten Sie die Fragen zum Film!

 

Sie können sich den Film, wenn Sie wollen in drei Abschnitte unterteilen

1. Abschnitt: nach den Äußerung der Schüler  (nach Schülerin 3)

2. Abschnitt nach den Äußerungen der beiden Studentinnen

3. Abschnitt: bis zum Schluss

 

1. Man will allen Schülern die gleichen Chancen ____.

a. ausräumen         b. anräumen         c. einräumen         d. beiräumen

2. Wo landeten die Deutschen?

a. ganz unten         b. im unteren Drittel         c. an dritter Stelle         d. unter den ersten Drei

3. Stimmt das? Kreuzen Sie an, ob das im Text steht!    qja   qnein

Frau Dr. Petra Stanat sagt, dass man mittels Aufgaben, die realistische Kontexte darstellten, die Schüler überprüft hat.

4. Professor Rolff sagte, dass die Leistungen der deutschen Schüler verglichen mit andern Industrienationen ____ seien.

a. durchschnittlich         b. überdurchschnittlich         c. unterdurchschnittlich        

5. Stimmt das? Kreuzen Sie an, ob das im Text gesagt wird!    qja   qnein

Professor Rolff behauptet, dass Arbeiter- und Migrantenkinder nur halb so viele Chancen haben wie deutsche Bürgerkinder, zum Abitur zu kommen.

6. Wonach wird im Zusammenhang mit der Bildungsmisere gesucht?

a. nach Lösungen         b. nach Ratschlägen       

c. nach Patenrezepten        d. nach Verantwortlichen

7. Stimmt das? Kreuzen Sie an, ob das im Text gesagt wird!    qja   qnein

Einer der Schüler behauptet, dass der Unterricht langweilig ist, wenn die Lehrer den Unterricht nicht gut gestalten.

 

►►►ENDE ERSTER ABSCHNITT

8. Welche Frage wird im Zusammenhang mit dem Schulsystem immer öfter gestellt? Die Frage nach  ___:

a. dem Abschluss        b. der Zukunftstauglichkeit       

c. den Möglichkeiten        d. der Berufsqualifizierung

9. Stimmt das? Kreuzen Sie an, ob das im Text gesagt wird!    qja   qnein

Frau Dr. Stanat sagt, man müsse in der Grundschule sicherstellen, dass besonders die sprachlichen Fähigkeiten gefördert werden.

10. Was schafft das deutsche Schulsystem nicht?

a. Kinder zu motivieren         b. ausländische Kinder im Unterricht ausreichend zu fordern

c. soziale Benachteilungen auszugleichen        d. Lehrer aus der Kritik zu nehmen

11. Stimmt das? Kreuzen Sie an, ob das im Text gesagt wird!    qja   qnein

Professor Rolff fordert, dass die Lehrer in ihren Klassen viel häufiger die Gruppenarbeit als Unterrichtsform wählen sollten.

12. Wie empfindet eine Studentin die Ausbildung während ihres Studiums?

a. als praxisfern         b. als praxisorientiert        c. als praktisch        d. als praxisfremd

 

►►►ENDE ZWEITER ABSCHNITT

13. Stimmt das? Kreuzen Sie an, ob das im Text gesagt wird!    qja   qnein

Überdurchschnittlich gut haben diejinigen Kinder abgeschnitten, die das Gymnasium oder eine Ganztagsschule besucht haben.

14. Gegen welchen Ausdruck wehrt sich Dr. Klaus Bert Becker?

a. Eltern als Alleinschuldige         b. Lehrer als faule Säcke       

c. Ganztagsschule als Kinderknast        d. desinteressierte Kinder

15. Stimmt das? Kreuzen Sie an, ob das im Text gesagt wird!    qja   qnein

Gerhard Löw, Schulleiter in Leverkusen, will an seiner Schule erreichen, dass die Schüler nicht nur zum Lernen kommen, sondern auch weil sie sich dort wohlfühlen.

16. Die Lehrerin Dr. Dorothea Germer legt besonderen Wert auf den Begriff __________.

a. Effektivität        b. Berufsorientierung        c. Schülerorientierung        d. Teamfähigkeit

17. Stimmt das? Kreuzen Sie an, ob das im Text gesagt wird!    qja   qnein

Eine Schülerin sagt, dass es an der Lise-Meitner-Schule zwar zu viele verschiedene Unterrichtsformen gebe, dass ihr das Lernen aber dennoch Spaß mache.

18. Von welchem Zeitraum spricht Frau Dr. Stanat, in dem sich etwas ändert?

a. drei Jahre        b. drei bis fünf Jahre        c. zehn Jahre        d. zehn bis fünfzehn Jahre

 

 

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