Erklärungen zum KASUS

 

Der Nominativ

 

Das Subjekt steht im Nominativ. Die Fragewörter für das Subjekt lauten „wer“ (Person) oder „was“ (Sache):

 

 

 

wer?

Der Mann steht im Zimmer.

Heute habe ich meine Schwester in der Stadt getroffen.

Nachdem wir gegessen hatten, fuhren meine Eltern und ich an die See.

 

was?

Gestern war der Regen sehr stark.

Das Haus hat dreizehn Fenster und zwei Türen.

 

die Nominativergänzung

Wenige Verben haben einen Gleichsetzungsnominativ  (Enom). Das gilt z.B. für die Hauptverben: „sein“, „werden“ oder „bleiben“. Auch auf „nennen“ folgt eine Enom, aber nur im Passiv.

 

 sein:

Ich bin ein Dummkopf.

 werden:

Martin und Thomas werden Lehrer.

 bleiben:

Das bleibt mein Geheimnis.

 nennen:

Er wird Chef genannt.

 

 

 

Kongruenz

Denken Sie beim Subjekt auch an die Kongruenz: Wenn das Prädikat im Singular steht, dann muss das Subjekt auch im Singular stehen!

Der Mann steht mit seinem Sohn auf der Straße.

Morgen gehen die Frauen allein in das Schwimmbad.

 

 

 

Der Akkusativ

 

Die Akkusativergänzung (Eakk) ist oft mit dem portugiesischen „complemento directo“ gleichzusetzen, aber nicht immer!

Wichtige Ausnahme: „fragen“ (jemand fragt jemanden etwas).

 

wen?

Ich habe meinen Bruder in der Stadt getroffen.

Meine Schwester habe ich schon drei Wochen nicht mehr gesehen.

 

was?

Mein Vater verkaufte meiner Schwester sein Auto.

Ich habe mir ein neues Auto gekauft.

 

Auch auf die Frage „wohin“ folgt der Akkusativ (Edir), wenn die verwendete Präposition eine der neun Wechselpräpositionen ist!

 

 wohin?

Ich fahre mit dem Auto in die Stadt.

Morgen gehe ich mit meinen Freunden an den Strand.

Ich fahre mit dem Bus zum Einkaufen ins Stadtzentrum.

 

Auf die Frage „wann“ folgt der Akkusativ, wenn keine Präposition in der temporalen Angabe steht.

wann?

(ohne Präposition)

jeden Tag - jede Woche - jedes Jahr -

nächsten Montag - nächste Woche -

letztes Wochenende - nächstes Jahr

 

Akkusativ-Präpositionen

durch, für, gegen, ohne, um

 

Der Zug fährt durch einen langen Tunnel.

Ich kaufe ein Geschenk für meine Mutter.

Er fuhr mit dem Auto gegen das Garagentor.

Er ist ohne seinen Führerschein Auto gefahren.

Er kümmert sich um seinen Großvater.

 

 

 

Der Dativ

Der Dativ gilt als der PERSONENKASUS!

 

Die Dativergänzung (Edat) ist oft mit dem portugiesischen „complemento indirecto“ gleichzusetzen, aber nicht immer!

Wichtige Ausnahme: „helfen“. (jemand hilft jemandem)

 

 

wem?

Ich helfe Ihnen!

Der Ober bringt dem Gast sein Bier.

Es geht mir gut!

Der Großvater erzählt seinen Enkeln eine Geschichte.

 

Auch auf die Frage „wo“ folgt der Dativ (Esit), wenn die Präposition eine der neun Wechselpräpositionen ist!

 

wo?

Morgen bin ich mit meinen Freunden am Strand.

Ich bin seit 20 Minuten im Park.

Ich fahre mit dem Auto in der Stadt.

 

Auf die Frage „wann“ folgt der Dativ, wenn eine Präposition in der temporalen Angabe steht.

wann?

(mit Präposition)

an jedem Tag - in jeder Woche - am nächsten Montag - in der nächsten Woche - am letzten Wochenende - im nächsten Jahr - vor einem Jahr

 

                         aber: über die Feiertage

 

 

Dativ-Präpositionen

aus, bei, mit, nach, seit, von, zu, gegenüber ...

 

Der Zug kommt aus einem langen Tunnel.

Ich kaufe mit meiner Mutter ein Geschenk.

Er fuhr mit dem Auto zu seinen Eltern.

Er ist seit seiner Krankheit ein anderer Mensch.

 

 

Beachten Sie die Analogie!

wer?

der

 

was?

das

wen?

den

 

was?

das

wem?

dem

 

 

 

 

 

 

Dativ oder Akkusativ

Um zu unterscheiden, ob Sie es im Satz mit einer statischen oder nicht-statischen Situation zu tun haben, stellen wir die Fragen „wo“ oder „wohin“.

Beachten Sie, dass Sie bei den statischen Situationen Verben haben, die in der Regel keine Ortsveränderung beinhalten.

Wechselpräpositionen

vor, hinter, über, unter, neben, zwischen, auf, in, an

Wo?

statisch

Wohin?

beweglich

Er steht vor dem Haus.

Er sitzt unter dem Baum.

Ich bin jetzt in der Schule.

Das Buch liegt auf dem Tisch.

Ich gehe im Park spazieren.

Er geht vor das Haus.

Er läuft unter den Baum.

Sie geht in die Schule hinein.

Ich lege das Buch auf den Tisch.

Ich gehe in den Park.

 

Anmerkung: Beachten Sie hier besonders die Beispiele mit der Präposition „in“.

Statische Situation: Jemand ist im Park und bewegt sich nur innerhalb dieses einen Ortes (Park). = DATIV

Nicht-statische Situation: Jemand geht von außerhalb (Ort 1) in den Park (Ort 2). Es gibt zwei Orte, also eine Ortsveränderung. = AKKUSATIV

 

Achtung: Der Unterschied „wo/wohin“ (Dativ oder Akkusativ) gilt nur für diese neun Wechselpräpositionen! Bei „zu“ und „nach“ folgt immer der Dativ, auch wenn wir „wohin?“ fragen!

Ich fahre zu meiner Mutter.

wohin? - zu meiner Mutter (zu + DATIV!!!)

 

 

 

Der Genitiv

 

Unterscheiden Sie beim Genitiv, ob Sie einen Eigennamen benutzen oder nicht!

 

Genitiv mit Eigennamen

(ähnlich wie in der englischen Sprache!)

Marios Vater oder der Vater Marios

Anettes Blumen oder die Blumen Anettes

Deutschlands Berge oder die Berge Deutschlands

Hamburgs Denkmäler oder die Denkmäler Hamburgs

 

Genitiv ohne Eigennamen

(ähnlich wie in der portugiesischen Sprache!)

der Vater des Mädchens

der Chef einer Mafiabande

die Rede ihres Vorgesetzten

die Farbe des Hauses

die Generation unserer Eltern

 

Genitivergänzung

Natürlich gibt es die Genitivergänzung (Egen). Sie kommt aber relativ selten vor.

Sie war sich ihrer Klugheit bewusst.

Er erinnerte sich gern ihrer Fähigkeit zu kochen.

 

Die wichtigsten Genitiv-Präpositionen

statt - aufgrund/auf Grund - außerhalb - innerhalb - infolge - mangels - trotz - während* - wegen*

 

statt deiner ständigen Eifersucht

aufgrund der guten Resultate

außerhalb des Waldes

innerhalb seiner Möglichkeiten

infolge des schlechten Wetters

mangels einer Alternative

trotz deiner großen Liebe

während unseres Gesprächs

wegen deiner Krankheit

* Die Präpositionen „während“ und „wegen“ werden heutzutage auch mit dem Dativ verwendet.

 

 

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