Um 16.05 Uhr klingelt es in der DSP. Die Schule ist endlich vorbei. Die Schüler der 5. bis 12. Klasse müssen jetzt noch ihre Hausaufgaben machen und für Klassenarbeiten bzw. Klausuren lernen, also haben sie fast keine Freizeit.

Letztes Jahr gab es einen deutschen Austauschschüler in unserer Klasse, der Martin hieβ. Er fand unsere Schule richtig langweilig und stressig, da wir viermal pro Woche Nachmittagsunterricht hatten. Martin erzählte uns, dass er nur morgens Unterricht in seiner Schule in Deutschland hatte, also Zeit hatte, an mehreren Aktivitäten teilzunehmen und noch ausreichende Zeit hatte zu lernen.

Um auch in der DSP keinen Nachmittagsunterricht zu haben, wäre es eine Möglichkeit, ein Jahr länger, also 13 Jahre, zur Schule zu gehen. Aber würden Schüler dadurch ein besseres Leben haben? Würden sie bessere Leistungen in der Schule erreichen?

In dieser Erörterung werde ich mich mit diesem Thema beschäftigen, das natürlich nicht nur positive, sondern auch negative Aspekte hat.

Wenn Jugendliche ein Jahr länger in der Schule bleiben würden, würden sie ihr Berufsleben später anfangen. Wegen der Arbeitslosigkeit dauert es länger, bis man eine Arbeit findet. Außerdem könnten Schüler dieses Extrajahr nutzen, um zum Beispiel ein Praktikum zu machen, da es eine gute Erfahrung für ihren Lebenslauf ist. Ein richtig guter Lebenslauf ist wichtig, da es viel Konkurrenz im Berufsleben gibt.

Es ist richtig schwer für Jugendliche, alles zu wissen, was sie in vielen Jahren gelernt haben. Also würde es schwieriger für Zentralprüfungen, den Stoff aus mehreren Jahren betreffend, wie zum Beispiel die Zentrale Klassenarbeit oder das Abitur, und dort alles zu wissen, da man den Stoff schon vor längerer Zeit gelernt hatte.

Außerdem kommt noch hinzu, dass Schüler eine bessere Zeiteinteilung haben müssen, wenn sie Nachmittagsstunden haben, weil sie diese Zeit gut einteilen müssen. Zum Beispiel: ein Kind, das um 16 Uhr die Schule verlässt und um 19 Uhr Tennis hat, muss lernen, diese drei Stunden richtig gut zu nutzen. Diese Fähigkeit ist sehr wichtig, da man auch im Studium und Berufsleben vieles in kurzer Zeit machen muss.

Daraus ergibt sich, dass Schüler eine bessere Zeiteiteilung lernen, ihr Berufsleben früher anfangen und es leichter finden bei Zentralprüfungen alles zu wissen, wenn sie nur 12 Jahre in der Schule bleiben und Nachmittagsstunden haben.

Dagegen spricht, dass man mehr Zeit für Vertiefung und Diskussion haben würde, wenn man 13 Jahre Schule hätte und keinen Nachmittagsunterricht hätte. Man würde mehr Zeit für jedes Thema haben, und dadurch ein besseres Allgemeinwissen haben. Man muss nicht nur einfach den Stoff in den Stunden überfliegen. Das hat zur Folge, dass Schüler weniger am Tag vor der Klassenarbeit lernen müssen, da sie interessierter in den Stunden waren. Ein Beispiel dafür ist Geschichte. Wenn man die Themen im Geschichtsunterricht diskutiert und nicht einfach im Buch liest, werden Schüler interessierter und erreichen bessere Leistungen, da sie auch mehr Möglichkeiten haben, in den Stunden mitzumachen.

Jugendliche würden besser aufpassen, da sie nicht an das denken, was sie alles nach der Schule in kurzer Zeit machen müssen, wie zum Beispiel Hausaufgaben und die nächsten Klassenarbeiten. Daraus ergibt sich, dass Schüler bessere Leistungen erreichen.

Mein Hauptargument ist, dass Jugendliche stressfreier leben, da sie mehr Zeit für Aktivitäten, mehr Freizeit und mehr Zeit für ein regelmäßiges Lernen haben. Dadurch fühlen sie sich nicht so verzweifelt in die Schule zu gehen und erreichen bessere Leistungen.

Kurz zusammengefasst würden Schüler ein stressfreieres Leben haben, bessere Leistungen in der Schule erreichen und interessierter sein, wenn sie keine Nachmittagsstunden hätten.

Gestern hat mich Martin in der Mittagspause angerufen. Er war bei seinem Fußballtraining. Er hat mir erzählt, dass er jetzt jeden Tag eine Stunde Fuβball trainiert. Danach wollte er noch ein bisschen für die Mathematik-Klassenarbeit wiederholen, da er um 18 Uhr mit seinen Freunden ins Kino gehen wollte.

Meiner Ansicht nach würde ich ein viel besseres Leben haben, wenn ich keinen Nachmittagsunterricht hätte, obwohl ich mein Berufsleben später anfangen würde. Ich würde mehr Zeit haben, um regelmäßig zu lernen und dadurch bessere Noten zu haben. Wenn ich alle Argumente miteinander abwäge, dann komme ich zu dem Schluss, dass Jugendliche erfolgreicher in der Schule sein würden, wenn sie keinen Nachmittagsunterricht hätten, obwohl sie ein Jahr länger in der Schule bleiben würden.

 

Carolina Campos