Schüleraustausch der 9. Klassen

Keine Fahrt an der DSP kommt dem Gedanken der Volkerverständigung näher als der Schüleraustausch mit dem Albrecht-Ernst-Gymnasium in Oettingen. Kinder der neunten Klassen nehmen auf freiwilliger Basis an diesem Programm teil. Wichtigster Punkt dabei ist, dass sie eine Woche lang ein deutsches Kind in ihren Portuenser Familien aufnehmen und im Gegenzug acht Tage bei ihrem Austauschpartner in deren deutscher Familie leben. So lernen unsere Kinder einen deutschen Familienalltag kennen, können vergleichen und machen z.B. die Erfahrung, wie deutsches Essen schmeckt. Unsere Kinder müssen dabei durchaus auch Ängste überwinden (Sind die Austauschfamilien nett zu mir? Schmeckt das Essen, werde ich Hunger haben?…)
Am Ende dieses Austauschs äußern sich fast alle Kinder begeistert oder hoch zufrieden. Er stärkt das Selbstbewusstsein der Kinder, weil sie die Erfahrung sammeln, mit einer Situation umgehen zu können, vor der sie durchaus ein wenig ängstlich waren und es lehrt sie Toleranz gegenüber anderen Lebensweisen

Siehe die Reaktionen unserer Schüler:

Warum der Austausch mit Oettingen?
Unser ehemaliger Kollege Christian Buxot kam von der Schule aus Oettingen und hat im Jahre 2002 diesen Austausch initiert. Die portugiesischen Großstadtkinder lernen dabei eine sehr ländliche deutsche Region und ihre Menschen kennen. Und sie haben keine andere Wahl als Deutsch mit ihren Austauschpartnern und deren Familien zu sprechen. Sie erleben eine Woche lang ein sehr intensives „Sprachbad“ in Deutschland und müssen während des Aufenthalts ihres Partnerkinds in Portugal auch viel häufiger Deutsch sprechen als sonst.

Wo liegt Oettingen?
Oettingen liegt in Bayern, jeweils etwa zwei Stunden Fahrzeit von Stuttgart, Nürnberg und München entfernt. Es ist eine kleine Stadt, um die herum viele Dörfer liegen, aus denen einige Schüler des Gymnasiums kommen.

Das Programm
Zum Programm in Deutschland gehören z.B. Besuche in München und Nürnberg. Dabei besichtigen wir die Innenstädte, besuchen Museen oder – wie in München – z.B. das Stadion des FC Bayern.
In der Nähe der Stadt Oettingen liegt das mittelaterliche Städtchen Nördlingen. Vor 15 Millionen Jahren fiel ein riesiger Meteorit auf diese Region. Die Stadt liegt mitten in diesem Krater. Auch in Nördlinen verbringen die Kinder einen halben Tag.
Einen Vormittag lang besuchen die Kinder den Unterricht an der Oettinger Schule. Sie lernen das Unterrichtsverhalten der dortigen Kinder und Lehrer kennen, sind dabei in den verschiedensten Räumen dieser modernen Schule.
Das Programm in Portugal beinhaltet ähnliche Punkte wie in Deutschland: Unterrichtsbesuche, Fahrten zu verschiedenen Orten bei Porto.

In den Familien
Die Kinder verbringen viel Zeit in den Familien, vor allem am Wochenende. Einige Familien machen Ausflüge zu touristischen Attraktionen mit ihren Gastkindern, andere lassen die Portugiesen auf ihrem Bauernhof vielleicht mit dem Traktor fahren, vor allem aber lernen unsere DSP-Kinder die Eltern und Geschwister ihrer Austauschpartner kennen. Oft kommt es dazu, dass sich die neuen Freunde in den Ferien wieder besuchen.

Schüleraustausch

DS Porto – AEG Oettingen 23.10. – 29.10.2010
von Nicole Najdul, Oettingen

Samstag
Am Samstag in der Früh warteten wir Oettinger erwartungslos auf unseren Bus, der uns an den Flughafen nach Frankfurt am Main brachte. Dort sind wir dann um 12 Uhr angekommen. Unser Flugzeug hatte aber eine Verspätung und deshalb sind wir erst um 16.15 Uhr losgeflogen. Also sind wir dann um 18.30 Uhr in Porto gelandet. Als wir den Flughafen verlassen wollten, warteten schon die Portugiesen auf uns, aber sie hatten sehr viel Geduld. Alle haben sich schnell gefunden und freuten sich.
Abends sind manche zum Edifício Transparente gegangen.

Sonntag
Den Vormittag haben wir alleine mit unseren Austauschpartnern verbracht, wo jeder den anderen richtig kennen lernte.
Am Nachmittag haben sich die meisten im Norteshopping verabredet. Dort sind wir in alle Läden gegangen und haben vieles gekauft. Das hat die meisten Mädchen gefreut. Am Abend haben wir uns bei einer Austauschschülerin versammelt um noch die anderen kennen zu lernen.

Montag
Zuerst sind alle in der Früh in die Schule der Portugiesen gekommen, und da haben wir den Ablauf des Tages besprochen.
Um 9 Uhr sind wir mit dem Bus nach Norden in die Nähe der spanischen Grenze gefahren, in die Stadt Ponte da Lima, zu einem der ältesten Märkte Portugals. Dort sind wir auf den Markt gegangen und haben wieder verschiedene Sachen gekauft.
Um 14 Uhr sind wir mit dem Bus in einen sehr schönen, großen Garten („Gärten der Welt“) gefahren, um die vielen, schönen Blumen zu sehen, die da wachsen, und um die verschiedenen Sachen zu betrachten, die manchmal sehr lustig waren.
Später brachte uns der Bus zum Monte Santa Luzia. Dort sind wir mit dem Lift zu einer Kirche hochgefahren, die ganz oben auf dem Berg ist. Abends haben wir uns noch am Meer getroffen, wo wir verrückte Bilder machten und sehr viel Spaß hatten.

Dienstag
Am Dienstag versammelten wir uns wieder an der DSP und sind dann gleich mit der Metro in die Innenstadt gefahren. Da wurden wir in Gruppen eingeteilt und machten eine Stadtrallye, um Porto genauer kennen zu lernen.
Um 15 Uhr machten wir einen Tour mit einem Boot auf dem Fluß Douro, bei der wir sechs Brücken besichtigten. Danach sind wir dann um 17 Uhr mit der Metro zurückgefahren. Am Abend waren wir nach dem anstrengenden Tag zu Hause zum Ausruhen.

Mittwoch
An dem Tag konnten wir bei den Portugiesen in der Schule mitmachen. So haben wir gesehen, wie der Unterricht hier in Portugal abläuft, es war sehr interessant. Wir haben sehr viele Unterschiede zu dem Unterricht in Deutschland gefunden.
Am Nachmittag machten wir ein Fußballspiel. Alle Jungs der DSP gegen ein Team der Deutschen und der portugiesischen Austauschschüler. Aber leider haben wir verloren (Die waren halt besser!)
Am Abend haben wir uns zu einem Bowling-Abend im Norteshopping getroffen. Das hat sehr viel Spaß gemacht. Anschließend sind wir dann mal wieder shoppen gegangen und haben schon wieder viel gekauft.

Donnerstag
Um 8.15 Uhr haben wir uns wieder in der DSP getroffen und sind zu einem Straßenbahnmuseum gelaufen. Das haben wir besichtigt. Die Führung haben uns ein paar Schüler ins Deutsche übersetzt, das war cool. Anschließend sind wir mit einer alten Straßenbahn bis zum Passeio Alegre gefahren.
Um 11 Uhr sind wir mit dem Bus bis Aguda gefahren und haben da eine kleine Pause gemacht, um uns ein bisschen umzusehen.
Danach machten wir eine Strandwanderung nach Miramar. Das war sehr schön! Um 15 Uhr waren wir wieder an der Schule.
Abends hatten wir an der Schule ein Abschlussfest, auf dem jeder Spaß hatte und wo es sehr lustig war. Aber natürlich waren alle sehr traurig, weil wir am nächsten Tag abreisen mussten.
Nach dem Fest sind wir alle noch zu einer tollen Party bei einer unserer Portuenser Austauschpartnerinnen gegangen. Diese Party ging bis nach Mitternacht.

Freitag
Jeder hatte noch einen schönen Vormittag mit den Austauschpartnern.
Um 15 Uhr haben wir uns am Flughafen Sá Carneiro getroffen und mussten uns langsam verabschieden, was jedem sehr schwer fiel. Wir hatten in der einen Woche sehr viel Spaß und wir haben uns alle sehr gut verstanden. Traurig und mit Tränen in den Augen sind wir dann in das Flugzeug gestiegen, in dem wir von Porto zurück nach Frankfurt geflogen sind. Im Flugzeug waren wir alle sehr traurig. Es war eine wunderschöne Zeit in Portugal. Wir werden euch alle sehr vermissen.

Anmerkungen von
Beatrix Cezanne, Jacqueline Braun, Andreas Branca, Jorge Neto, Gonçalo Pinto

Der Austausch war…
• SUPER!
• sehr interessant.
• eine ganze Woche, die mit tollen Leuten verbracht wurde.
• überraschend, denn die meisten dachten, dass es langweilig sein wird. Sie und die anderen Lehrer haben es geschafft, alles in einen tollen Ausflug umzuwandeln.
• sehr kurz.
• sehr interessant und lustig.

Unseren deutschen Austauschschüler sind …
• die besten, wirklich toll und sehr nett.
• sehr nett.
• ganz ok und sie wollten überall pünktlich sein.
• sehr sympathisch und freundlich.
• sehr freundlich und toll.
• nett, aber manche waren komisch.

Am meisten Spaß hatte ich …
• am zweiten und dritten Tag (Montag und Dienstag) in Ponte de Lima und Viana do Castelo, und in Baixa, pedi paper.
• mit den anderen bei den gemeinsamen Ausflügen.
• in den Nächten, an denen wir uns immer woanders trafen.
• auf der Abschiedsfeier, denn sie wurde sehr gut organisiert .Die Disco-Idee war toll und wir hatten sehr viel Spaß. Das Essen war sehr gut und das Aufräumen war sehr gut geplant.
• , als wir in Viana waren. Da haben wir sehr viel gelacht.
• mit den Schülern aus Deutschland, als wir uns Porto angesehen haben.

Besonders interessant fand ich …
• Ponte de Lima und Viana do Castelo.
• wie die Portugiesen auf die Deutschen reagierten und wie sie sich verstanden haben.
• , dass viele Deutsche nicht die Top-Musik-Hits aus Portugal kannten.
• die Rallye, denn wir haben einige Plätze kennen gelernt, die ich noch nicht kannte.
• , dass manche von den Deutschen noch nie das Meer gesehen hatten.
• , dass die Deutschen viel mit uns gelernt haben.

Wenn ich nach Deutschland fahre, …
• hoffe ich, dass es noch besser ist als hier. (Mal sehen, hier war es wirklich super!)
• dann werde ich mich sehr auf die Austauschschüler freuen.
• dann will ich eine gleich gute oder bessere Woche verbringen.
• erwarte ich auch so einen tollen Ausflug.
• wird es schön sein unsere Austauschschüler nach vielen Monaten wieder zu sehen.
• will ich mich genau so amüsieren, wie die Deutschen sich hier amüsiert haben!

Neue Erfahrungen

Die Austauschwoche hat sehr viel Spaß gemacht und es war sehr interessant! Die Austauschschüler aus Oettingen waren auch sehr nett. Ich glaube, wir alle haben durch diese Austauschwoche sehr viele und neue Erfahrungen gesammelt. Am meisten haben mir die gemeinsamen Ausflüge gefallen. – Es gab einfach immer etwas zu lachen. Ich würde es jedem empfehlen, daran teilzunehmen, der so eine Möglichkeit hat.

Jacqueline Braun

Unterschiede Deutsche + Portugiesen

Zuerst einmal sind sich die Portugiesen und die Deutschen in den meisten Aspekten ähnlich, aber es gab auch Sachen die uns gegenseitig überrascht haben. Also, die Öttinger kommen aus einem Dorf und die Portugiesen aus einer Stadt. Bei uns gibt es viel mehr Verkehr und auch viel mehr Möglichkeiten etwas selbständig zu unternehmen. Als wir mit den Öttingern zum Beispiel zum Mar- oder Norteshopping fuhren, war es für sie etwas ganz Neues, da es bei ihnen keine großen Einkaufzentren gibt. Bei uns in Porto war es besonders in der Früh sehr kalt, wenigstens für mich. Für die Deutschen war es eigentlich angenehm und sie fanden, dass ich überreagierte. In Deutschland ist es normal um 18.00 Uhr das Abendbrot zu essen, aber wir, die Portugiesen, essen zur selben Zeit ein “lanche” und später ein großes Abendessen. Viele essen dann auch vor dem Schlafengehen etwas Kleines wie Kekse, das würden die Austauschschüler nicht tun und sie denken deshalb, dass wir viel essen. Am Mittwoch, als die Deutschen an der Schule waren, fiel ihnen auf, dass die Portugiesen aktiver am Unterricht teilnehmen als sie, damit meinten die Öttinger, dass wir lauter sind, aber im Unterricht mitmachen, während sie eher zur Seite sprechen oder schweigen.

Andreas Branca

Was war “komisch”?

Der Schüleraustausch war sehr lustig und interessant, aber auch komisch. Wir mussten unser Haus mit einem Fremden teilen, der aus Deutschland kam. Dieser Schüler hat andere Gewohnheiten und einen anderen Lebenswandel und es war nicht leicht.

Gonçalo Pinto

Anmerkung der Redaktion:

Leider gibt es keine Fotos dieses Besuchs, denn unsere Schüler aus Porto haben es nicht geschafft, der Redaktion auch nur ein Foto zur Verfügung zu stellen. Und es fand sich auch niemand, der einen portugiesischen Text geschrieben hat – trotz Zusagen des einen oder anderen Schülers. Der ausführliche deutsche Text wurde uns dankenswerterweise von einer Oettingerin geliefert. Herzlichen Dank!