Reflexive Verben
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Akk |
Dat |
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Akk |
Dat | |
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ich |
mich |
mir |
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wir |
uns | ||
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du |
dich |
dir |
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ihr |
euch | ||
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er, sie, es |
sich |
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sie, Sie |
sich | |||
1. Das Reflexivpronomen zeigt an, dass sich eine Handlung oder ein Gefühl auf das Subjekt des Satzes zurückbezieht. Ein Reflexivpronomen kann sich also nur auf das Subjekt (Nominativ) nie auf eine Ergänzung (Dativ oder Akkusativ) beziehen!!!
Er erinnert sich an seine Kindheit.
Wir nehmen uns ein Stück Kuchen.
2. Unterschiedliche Formen für Dativ und Akkusativ gibt es nur:
in der 1. Pers. Sg.: mich / mir,
in der 2. Pers. Sg.: dich / dir.
Akkusativ Dativ
Ich wasche mich. Ich wasche mir die Hände.
Wir waschen uns. Wir waschen uns die Hände.
3. Hier eine Liste der wichtigsten reflexiven Verben, die fest mit einem Reflexivpronomen im Akkusativ verbunden sind. Diese Verben haben neben der Subjektergänzung nur die Ergänzung durch das Reflexivpronomen (im Akkusativ) und eventuell noch eine Präpositivergänzung.
sich aufregen über*
sich beeilen <+ Finalsatz>
sich entschließen <+ Infinitiv>
sich entschuldigen bei/für*
sich erkälten
sich erkundigen nach/bei
sich erinnern an
sich freuen über/auf/an
sich irren
sich kümmern um
sich schämen für <+ Infinitiv>
sich sehnen nach
sich verbeugen <vor>
sich weigern <+ Infinitiv>
sich wundern über
*„aufregen“ und „entschuldigen“ können auch nicht-reflexiv verwendet werden
Also: Wenn ein reflexives Verb keine andere Akkusativergänzung hat, dann steht das Reflexivpronomen im Akkusativ!
4. Bei reflexiv gebrauchten Verben, die außerdem noch eine Akkusativergänzung haben, steht das Reflexivpronomen im Dativ.
Ich ziehe mich an. (nur eine Ergänzung: Reflexivpronomen im Akkusativ)
Ich ziehe mir die Hose an. (zwei Ergänzungen: Reflexivpronomen im Dativ, Sachergänzung im Akkusativ)
5. Das einzige reflexiv gebrauchte Verb, das in der Ergänzung kasusgleich ist, ist „sich nennen“.
Ich nenne mich <Akk.> den besten Arzt <Akk.> der Stadt.
6. Das Verb „lassen“ kann auch reflexiv verwendet werden. Das Verb „lassen“ + Reflexivpronomen kann durch das Modalverb „können“ ersetzt werden.
Das lässt sich nicht verhindern.
Das kann man nicht verhindern.
Die Schrift lässt sich nicht gut lesen.
Die Schrift kann man nicht gut lesen.
7. Satzstellung: Im heutigen Sprachgebrauch wird das Reflexivpronomen noch möglichst weit nach vorne gezogen. Im Hauptsatz steht das Reflexivpronomen in der Regel direkt hinter dem konjugierten Verb.
Der Professor ärgert sich über die schlechten Prüfungsergebnisse seiner Studenten.
Ausnahme: Wenn das Subjekt ein Pronomen ist und an der 3. Position steht, dann steht das Reflexivpronomen immer an der 4. Position.
Subjekt: Pronomen
| 1. Position | 2. Position | 3. Position | 4. Position | |
| Gestern | hat | er | sich | nicht rasiert. |
| Heute | verloben | wir | uns. | |
| Leider | habe | ich | mich | geirrt! |
Wenn das Subjekt ein Nomen ist (Substantiv oder Eigenname) und die erste Position z. B. durch eine temporale Angabe besetzt ist, dann steht das Reflexivpronomen vor oder nach dem Subjekt. Sprachlich meist etwas besser ist, wenn das Subjekt (Nomen) nach dem Reflexivpronomen steht.
Subjekt: Nomen
| 1. Position | 2. Position | 3. Position | 4. Position | |
| Gestern | hat | sich | der Mann | nicht rasiert. |
| Gestern | hat | der Mann | sich | nicht rasiert. |
| Leider | hat | sich | Martin | geirrt. |
| Leider | hat | Martin | sich | geirrt. |
| Heute | sieht | sich | Joana | einen Film an. |
| Heute | sieht | Joana | sich | einen Film an. |
Im Nebensatz steht das Reflexivpronomen in der Regel direkt hinter der Konjunktion, aber vor dem Subjekt (Nomen). Aber genau wie in einem Hauptsatz kann in einem Nebensatz das Reflexivpronomen nach dem Subjekt stehen, wenn dieses Subjekt ein Nomen ist.
Die Menge wich zurück, als sich der Zug näherte.
(natürlich auch möglich:) Die Menge wich zurück, als der Zug sich näherte.
Wenn aber das Subjekt des Nebensatzes ein Pronomen ist, dann steht dieses vor dem Reflexivpronomen.
Die Menge wich zurück, als er sich näherte.
(Hier ist keine andere Satzstellung im als-Satz möglich, weil das Personalpronomen "er" das Subjekt ist!)
8. Es gibt Verben mit obligatorischen Reflexivprononen (so genannte "echte" reflexive Verben) und mit fakultativen Reflexivpronomen (so genannte "unechte" reflexive Verben).
Beispiel eines echten reflexiven Verbs: sich schämen
Beispiel eines unechten reflexiven Verbs: <sich> fürchten
9. In Partizipialkonstruktionen: Das erste Partizip der reflexiven Verben behält im Gegensatz zum zweiten das Reflexivpronomen bei.
Reflexivpronomen bleibt!
mit Partizip I:
die sich waschenden Kinder
die sich freuenden Menschen
der sich aufregende Mann
Reflexivpronomen fällt weg!
mit Partizip II:
die gewaschenen Kinder
die aufgeregte Frau
das verfeindete Brüderpaar
10. Von den reflexiven Verben lässt sich <in der Regel> kein Passiv bilden. Allerdings kann bei einigen Verben mit akkusativischen Reflexivpronomen das sogenannte Zustandsreflexiv gebildet werden.
Das
kann man nicht sagen: Es wird sich
geschämt.
Das kann man sagen: Der Junge ist verliebt.
11. Unechte reflexive Verben werden sowohl reflexiv als auch nicht reflexiv gebraucht.
Er wäscht sich.
Sie wäscht die Wäsche.
12. Reziproke Verben drücken ein wechselbezügliches Verhältnis aus.
Peter liebt Anna. Anna liebt Peter.
Sie lieben sich.
Kleine Liste reziproker Verben:
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sich ähneln, sich anfreunden, sich begrüßen, |
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sich einigen, sich gleichen, sich hassen, |
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sich lieben, sich verfeinden, sich verkrachen, |
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sich vertragen, sich vertrauen |
Reflexive Verben + Dativ:
13. Bei einigen reflexiven Verben steht das Reflexivpronomen im Dativ. Morphologisch unterscheiden sich die Reflexivpronomen im Dativ von denen im Akkusativ nur in der 1. und 2. Person Singular, alle anderen Reflexivpronomen sind identisch. Man erkennt diese Verben daran, dass sie neben dem Reflexivpronomen fast immer eine Akkusativergänzung haben.
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Ich wünsche |
mir |
einen neuen Wagen. |
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Dativ |
Akkusativ |
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Diese Akkusativergänzung kann aber auch die Form eines
(1) Infinitiv- oder
(2) dass-Satzes haben oder
(3) kann durch einen was-Satz gebildet werden.
1. Ich habe mir abgewöhnt zu rauchen.
2. Ich wünsche mir, dass wir uns wieder vertragen!
3. Ich leihe mir für das Fest, was ich brauche.
Viele dieser Verben können auch ohne diese Akkusativergänzung gebraucht werden. Dann steht aber das Reflexivpronomen wieder im Akkusativ. Vergleiche:
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Ich wasche |
mir |
die Hände. |
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Dativ |
Akkusativ |
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Ich wasche |
mich. |
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Akkusativ |
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Die wichtigsten reflexiven Verben + Dativ: |
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sich etwas abgewöhnen sich etwas angewöhnen sich etwas ansehen sich etwas anziehen sich etwas borgen sich die Haare kämmen sich etwas kaufen sich etwas leihen sich etwas leisten (können) sich die Zähne putzen sich etwas vorstellen sich die Hände waschen sich widersprechen sich etwas wünschen |
Alle diese Verben haben das Reflexivpronomen als Dativergänzung und dazu noch eine weitere Akkusativergänzung. Natürlich kann die Akkusativergänzung auch ein Infinitivsatz, ein dass-Satz oder ein was-Satz sein.
Beispiele:
| Edat |
Eakk |
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| Ich möchte | mir | das Rauchen |
abgewöhnen. |
| Hast du | dir | die Picasso-Ausstellung | schon angesehen? |
| Wünschst du | dir | etwas Besonderes | zum Geburtstag? |
| Ich wünsche | mir, | am Strand zu liegen. | |
| Ich wünsche | mir, | dass es regnet! | |
| Ich kaufe | mir, | was ich gerade brauche. |
© copyright Anette Kind / Ulrich Kamien