Ü 2: Brief eines Kranken

Setzen Sie die passenden Reflexivpronomen Wörter ein!

Lieber Paul,
wenn es nicht schon wieder so schlecht ginge, dann würde ich bestimmt nicht zweimal überlegen, dir einen Besuch abzustatten. Doch leider fühle ich heute wieder mal hundsübel. Sonst würde ich sofort aus dem Bett steigen, etwas anziehen, in die Küche begeben, etwas zu Essen machen und dann zu dir fahren. Ja, du hast Recht, es könnte schlimmer sein, aber man darf solchen Krankheiten nicht widerstandslos ausliefern, sie keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen. Man setzt sonst unnötig Gefahren aus, die man , wenn man nicht überschätzt, auch ersparen kann. Natürlich würde ich sehr freuen dich wiederzusehen, mit dir zu unterhalten, wieder mal über die guten alten Zeiten plaudern. Wir könnten eine Flasche Wein aufmachen, vielleicht ein paar Cocktails mixen, ja, warum nicht, mal so richtig gehen lassen. Deine Nachbarn würden wieder mal so richtig aufregen, darüber beschweren, dass wir so lauten "Lärm" anhören, dass wir nicht kontrollieren könnten, dass wir ausgelassene Tölpel seien, erwachsene Kinder eben. Hast du jemals bei ihnen entschuldigt? Habt ihr eigentlich wieder versöhnt? Nochmals würden wir das natürlich nicht gefallen lassen. Diesmal würden wir schlauer anstellen als sie, es besser verstehen, herauszureden. Diesmal würden wir ihnen sagen, sie sollten doch woanders beklagen. "Was, wir und Störenfriede? Wir haben nichts vorzuwerfen? Machen Sie ruhig wichtig! Spielen Sie ruhig wieder mal auf, als ob Sie der Kaiser von China wären", würden wir antworten. "Wie, Sie wollen mit Polizei drohen? Damit können Sie uns dieses Mal nicht mehr einschüchtern. Sie selbst haben nämlich nicht an das Gesetz gehalten, einfach in unsere Wohnung begeben, wodurch Sie sogar strafbar gemacht haben. Hausfriedensbruch nennt so was". Ja, ungefähr so oder vielleicht auch anders würden wir zur Wehr setzen. Niemand würde mehr zusammenreißen. Du und dein humorvoller Bruder würdet sicher wieder was einfallen lassen, wie man den Nachbarn ärgert, dann nicht mehr beherrschen können, geschmackslose Sprüche klopfen, Unsinn verzapfen und für kurze Zeit die Helden spielen. Da fällt jedoch ein, dass ich heute überhaupt nicht wohl fühle, mein Bauch weh tut, auch mein Kopf, ich wieder mal sehr elend fühle. Ich kann nun mal nicht helfen. Kopf ist Kopf, Gefühl ist Gefühl. Ich konnte vorher ja nicht ausdenken, dass es wieder so schlimm mit mir kommen würde. Das Schicksal spielt beiden wieder mal einen schlimmen Streich, ist launenhaft, wie das Wetter. Und sag nur nicht wieder, ich bilde das alles bloß ein. Ruf einfach mal an, dann verabreden wir für die nächsten Dummheiten. Aber solange ich krank bin, müsst ihr leider alleine mit dem Nachbarn herumschlagen. Ich mache jetzt Schluss. Gleich werde ich einen alten Film ansehen und dabei aufs Sofa legen. Mach keine Sorgen, das Wehwehchen geht vorbei! Also, ich verabschiede ! Tschüss!!!
Dein
Tommi