Universität Porto
Deutsch III
Anette Kind/Ulrich Kamien
Kubus 50 (Film 2): E-Learning - Lernform der Zukunft (Länge ca. 12 Minuten)
Lösungsblatt
Aufgabe 1: Textverständnis
1. Wofür haben z.B. CD-ROM, Intranet u.a. die Voraussetzungen geschaffen?
►für selbstgesteuertes und arbeitsplatznahes Lernen
2. Was zählt zum "computergestützten Unterricht"?
►Sprachlabore und erste Selbstlernzentren
3. Wo werden seit den achtziger Jahren computergestützte Lernsysteme eingesetzt?
►in großen deutschen Unternehmen in der betrieblichen Weiterbildung
4. Welchen großen Vorteil bieten online-Materialien im Vergleich zu gedruckten Lehrmaterialien?
►schneller aktualisierbar
5. Welchen Vorteil bietet E-Learning am Arbeitsplatz?
►Teilnehmer lernen, während sie an konkreten Projekten arbeiten
6. Was behält weiterhin seine Wichtigkeit?
►die Begegnung und das persönliche Gespräch
7. Was versteht man unter "Blended Learning"?
►gemischte Lernformate: elektronisches Lernen + Klassenraum-Training
8. Welche Einschränkung gibt es für das E-Learning?
►hohe Investitionen, die sich kleinere Unternehmen nicht leisten können
Aufgabe 2: Hörverstehen
1. Wie wurde früher das lebenslange Lernen in Unternehmen gestaltet?
(a) E-Learning (b) Weiterbildung durch Fernstudium
(c) Kurse an Fachhochschulen (d) Training im eigenen Haus/Unternehmen
2. Einer der Passanten spricht die Motivation an, die beim Lernen eine Rolle spielt. Was macht dieser Passant, wenn er zu Hause ist?
(a) intensiv lernen (b) ab und zu in die Bücher schauen
(c) mit Computerprogrammen lernen (d) abschalten
3. Was kann beim E-Learning - laut Lernprogramm - gestillt (das heißt: befriedigt) werden?
(a) Hoffnung (b) Neugier (c) Wissensdurst (d) Zukunftsorientierung
4. Welchen Vorteil bietet - laut Dr. Hasewinkel - das Lernen mit der E-Learning-Methode?
(a) effizienter (b) moderner (c) fortschrittlicher (d) individueller
5. Wo ist - laut Dr. Kiedrowski - das E-Learning realisierbar?
(a) in großen Unternehmen (b) auch in kleinen Unternehmen
(c) in vielen Bereichen (d) nur in bestimmten Arbeitsfeldern
6. Wo ist für Dr. Hasewinkel der beste Ort zum Lernen?
(a) am eigenen Bildschirm (b) im Klassenzimmer
(c) an Fachhochschulen (d) in neutralen Seminarräumen
7. Was hält Dr. Peters für besonders wichtig?
(a) hohe Motivation (b) interessante Übungsaufgaben
(c) lebenslanges Lernen (d) realistische Lernformen
8. Wovon ist der Lernerfolg abhängig, wenn man E-Learning betreibt?
(a) von der Dynamik der Gruppe (b) von der Kontrolle durch den Lehrenden
(c) von ausgereiften Programmen (d) nicht nur von der Selbstdisziplin
9. Welche Voraussetzung braucht - laut Dr. Kiedrowski - der Lerner?
(a) muss sich realistische Ziele setzen
(b) Erfahrungen mit Lernprogrammen
(c) die Fähigkeit zur Kooperation
(d) Fähigkeit zu kritischer Distanz gegenüber neuen Medien
10. Woran scheitern viele Menschen beim E-Learning ?
(a) an ihrem mangelhaften Vorwissen (b) an sich selber
(c) an komplizierten Programmen (d) an fehlerhaften Erklärungen
11. Welchen Vorteil sieht ein Teilnehmer am E-Learning bei dieser Methode?
(a) man wird nicht von anderen in der Konzentration gestört
(b) man versteht Texte besser
(c) kann die Übungen beliebig oft wiederholen
(d) er kann selbst bestimmen, wie er lernt
12. In welchen Bereichen hält es ein Lerner für fast unmöglich, sich diese durch E-Learning allein zu erarbeiten?
(a) schwierige Sprachen wie Deutsch (b) Kommunikationswissenschaften
(c) sprachlich anspruchsvolle Aufgaben (d) philosophische Texte
13. Was kann man beim E-Learning nicht erlernen?
(a) Fremdsprachen (b) Computerprogramme verstehen lernen
(c) emotionale Fähigkeiten (d) sich in Diskussionen zu behaupten
14. Wo kann E-Learning laut Dr. Hasewinkel eher nicht eingesetzt werden?
(a) in flexiblen Bereichen (b) bei der Zusammenarbeit der Menschen
(c) im Arbeitsalltag (d) in der Kommunkation mit anderen Firmen
15. Welche Position vertritt Dr. Kiedrowski bezüglich des E-Learnings?
(a) wird die Weiterbildung nie ganz ersetzen
(b) wird viele Seminare überflüssig machen
(c) spart den großen Firmen viel Geld
(d) wird in Zukunft häufiger von den Mitarbeitern gefordert
16. Welche Probleme gab es mit Arbeitnehmern, die an E-Learning-Programmen teilgenommen haben?
(a) verstanden viele Aufgaben nicht
(b) weigerten sich außerhalb der Arbeitszeit zu lernen
(c) fühlten sich überfordert
(d) hatten keinen Gewinn von dieser Art des Lernens
17. Auf welchen Nachteil der E-Learning-Methode weist Dr. Hasewinkel hin?
(a) nicht einsetzbar in kleineren Unternehmen
(b) für viele Firmen zu ineffektiv
(c) zu teuer für mittelständische Unternehmen
(d) noch zu weit entfernt vom Arbeitsalltag
18. Was bedeutet das E-Learning im Hochschulbereich?
(a) eine zusätzliche Facette des Lernens
(b) die Möglichkeit zum Selbstudium
(c) Ersatz für einige Seminare
(d) Einsparpotenzial bei den Lehrenden
Kubus 50 - E-Learning – Lernform der Zukunft (FILMTEXT)
00'02"
Wissen ist heute entscheidend im Wettbewerb der globalen Märkte. Die Qualifikation der Mitarbeiter und lebenslanges Lernen ist wichtig für ein Unternehmen. Früher geschah das meist durch Teilnahme an Seminaren oder Weiterbildung durch Fernstudium. Mit Computer und Internet tut sich heutzutage eine besondere Möglichkeit des Lernens auf – das sogenannte Electronic Learning.
00'40" O-Töne Passanten:
"Freizeitmäßig hat man abends ein paar Stunden Zeit, da mache ich dann mal gerne was, ich kann mir die Zeit dann selber aussuchen, das ist dann schon eine Top-Geschichte."
00'48"
"Ich denke, das ist wahrscheinlich gut, gerade wenn man wie ich wechselnde Arbeitszeiten hat und nicht immer zu einer festen Zeit in so ein Institut gehen kann."
00'56"
"Es ist immer eine Frage der Motivation, etwas zu lernen. Also, bei mir ist es so, wenn ich zu Hause bin, dann lerne ich eher nichts, dann möchte ich lieber abschalten."
01'06"
"Also, ich finde eine richtige Ausbildung besser, weil – es ist auch viel Praxis dabei. Und da bringt der Computer ja nun nicht viel."
01'15" O-Ton Lernprogramm:
"Guten Tag Frau Kollegin. Sagen Sie, haben Sie schon von dem Lernprogramm gehört, das zur Schulung von SAP-R3 eingesetzt wird?"
01'23"
Lernen am PC zu Hause oder am Arbeitsplatz – das hat Vorteile: Wer sich seine Lektion aus dem Internet holt, spart sich den Weg zu einem Lehrgang. Wissensdurst kann sofort gestillt werden. Electronic Learning am PC gilt als zukunftsorientierter Hoffnungsträger.
01'46" O-Ton Dr. Volker Hasewinkel, Telekom Training Center:
"Wir haben im Grunde - wenn man sich das so vorstellt – irgendwann mal die Buchdruckerkunst gehabt, die erfunden wurde und das Lernen einen erheblichen Schritt weitergebracht hat, und ähnlich ist es hier auch. Es ist eine neue Methode, und die kann das Lernen wesentlich effizienter machen."
02'02"
Betriebliche Weiterbildung wird von vielen Unternehmen als eine Investition betrachtet. Dabei entfallen etwa 70% der Ausgaben auf die sogenannten Freistellungskosten. Betriebliche Weiterbildung ist also ein nicht hoher Kostenfaktor.
02'24" O-Ton Dr. Joachim v. Kiedrowski, Forschungsinstitut f. Berufsbildung, Universität Köln:
"E-Learning ist mit Sicherheit auch in vielen Bereichen realisierbar. Die Kosteneinsparungseffekte lassen sich am besten in großen Unternehmen realisieren, die auch sehr große Benutzergruppen, Personalgruppen schulen müssen, insbesondere im EDV-Bereich, beispielsweise Anwenderschulungen."
02'46"
Durch die Einführung von Internet sind Voraussetzungen geschaffen, die eigenständiges Lernen erlauben. Weiterbildung kann in den Betriebsablauf integriert werden. Gerade für Unternehmen ist E-Learning eine flexible Lösung.
03'05" O-Ton Dr. Volker Hasewinkel, Telekom Training Center:
"Es kann direkt am Arbeitsplatz gelernt werden, der große Vorteil liegt hier eigentlich in der Qualität. Denn wenn ich über EDV-Anwendungen rede, die ich direkt am eigenen Arbeitsplatz, am eigenen Bildschirm mit E-Learning lernen kann, ist das natürlich viel effizienter, als wenn ich das in eine neutrale Classroom-Atmosphäre bringe."
03'25"
Im Bereich der Weiterbildung wird inzwischen eine Vielzahl von Lernsoftware angeboten. Vor allem Banken, Versicherungen und die Automobilindustrie nutzen Programme etwa zur Kosten- und Leistungsrechnung oder zum Training von Anlageberatung. Fachleute entwickeln für die Online-Lektionen spezielles Lernmaterial.
04'16" Dr. Wolfram Peters, Geschäftsführer Software-Unternehmen
"Der Einsatz von Grafiken, fotorealistischen Darstellungen und so weiter ist sehr wichtig, aber auch die Aufbereitung in Interaktivität. Das heißt, das was der Lerner tatsächlich dann an Arbeits- und Lernformen mit dem Computer, mit der Software ausführen kann. Das heißt, das muss möglich sein, selbst den Stoff auf verschiedenen Wegen zu bearbeiten. Es muss möglich sein, per Drag and Drop Objekte zuzuordnen, interessante Übungsaufgaben zu haben. All das macht das Lernen mit dem Computer lebendig, und je aktiver der Lerner ist, um so mehr Spaß macht es ihm und um so nachhaltiger ist auch der Lernprozess natürlich."
04'55"
E-Learning ist eine besondere Form des Lernens, die auch besondere Anforderungen an den Lernenden stellt. Wenn die Kontrolle eines Lehrers und die Dynamik einer Gruppe wegfallen, ist der Lernerfolg nicht nur von der Selbstdisziplin abhängig.
05'31" O-Ton Dr. Joachim v. Kiedrowski, Forschungsinstitut f. Berufsbildung, Universität Köln:
"Wir haben ganz interessante Erfahrungen gemacht, was die Lerner angeht. Und zwar haben wir herausgefunden, dass E-Learning sehr hohe Anforderungen an die Selbstlernkompetenz der Lerner stellt. Das heißt, die müssen die Fähigkeit haben, sich selbst zu orientieren, sie müssen die Fähigkeit haben, selbst bei den unterschiedlichen Medien das richtige für sie auszuwählen, sie müssen sich realistische Ziele setzen können, und vor allem brauchen sie ein sehr hohes Maß an Selbstdisziplin und eben auch die Fähigkeit, sich selbst zu organisieren."
06'05"
Viele Lernende scheitern, entweder an sich selber oder an fehlenden technischen Möglichkeiten. Deshalb wird individuelles E-Learning auch in Gruppen wie dieser angeboten, betreut entweder von anwesenden E-Teachern oder per Chat und E-Mail.
06'30" O-Töne Lerner:
"Nicht jeder kann da so beim ersten Erklären so auffassen, also verstehen. Manche brauchen ein bisschen länger und das halte ich eben für das Positive daran, dass ich selber für mich das Tempo bestimmen kann. Der eine versteht den Punkt eins nicht, der andere den Punkt zwei nicht. Und ich kann mir den Punkt eins dreimal wiederholen, bis ich das verstanden habe, ohne die anderen Teilnehmer zu bremsen in deren Lernprozess."
06'56"
"Ich kann mir nicht vorstellen, jetzt ein ganzes Studium per E-Learning zu machen, also, dass man sich jeden Abend da stundenlang hinsetzt oder auch tagsüber oder das über zwei Jahre hin macht. Weil, das stelle ich mir schon sehr trocken vor und ein bisschen langweilig eigentlich. Aber wenn man es immer so modulweise macht, oder dass man irgendein Seminar macht, das geht auf jeden Fall sehr gut."
07'14"
"Ich denke, man kann sehr gut damit umgehen. Es gibt dann auch so Prüfungsfragen, man kann sich also selber testen, wo steh' ich überhaupt, wo habe ich noch Mankos, da kann ich dann nacharbeiten, und das finde ich sehr positiv."
07'26"
"Bei einer Sprache, glaube ich, ist das nicht so toll. Vielleicht Englisch, aber Deutsch geht, glaube ich, nicht. Weil, da braucht man mehr Praxis. Also, man muss sprechen, man muss kommunizieren, man muss üben."
07'49"
Die Umsetzung von Lernzielen, bei denen es um Kommunikation und Verhaltensweisen geht, fällt per E-Learning am PC schwer. Diskussionsverhalten oder Auftreten kann nicht kontrolliert werden. Und praktische Fertigkeiten können per Computerprogramm kaum vermittelt werden. Deshalb ist die klassische Form von Seminaren nach wie vor unverzichtbar.
08'31" O-Ton Dr. Volker Hasewinkel, Telekom Training Center:
"Überall dort, wo es eher um die weichen Faktoren geht, wo es um Führungsthemen geht, wo es um die Zusammenarbeit von Menschen geht, da ist es wohl eher wichtig, dass diese Menschen auch miteinander lernen und miteinander agieren. E-Learning hat eine ganz wichtige Funktion in der Flexibilität für den einzelnen Lerner."
08'55" O-Ton Dr. Joachim v. Kiedrowski, Forschungsinstitut für Berufsbildung, Universität Köln:
"Heute ist man eigentlich auf dem Stand, dass man sagt, sinnvoll ist nur eine Kombination aus beidem. Das heißt, man ist im Grunde genommen fast davon ab, jetzt zu propagieren, dass E-Learning die Weiterbildung ganz ersetzen wird. Das wird es nicht geben, sondern es wird immer sinnvolle Kombinationen mit Präsenzseminaren, Präsenzunterrichtsformen geben."
09'19"
E-Learning hat viele Vorteile, doch die ursprünglich erwarteten Wachstumsschübe sind ausgeblieben. Es gibt nur wenige E-Learning-Anbieter, die überhaupt Gewinne machen. Vor allem kleinere Betriebe stehen dieser Weiterbildungsform skeptisch gegenüber. Und viele Arbeitnehmer fühlen sich überfordert, sich eigenständig weiterzubilden. In Deutschland wird in diesem Bereich für die nächsten Jahre nur eine Steigerung von unter 10 Prozent erwartet.
10'01" O-Ton Dr. Joachim v. Kiedrowski, Forschungsinstitut für Berufsbildung, Universität Köln:
"Ja also, man kann, gerade auch was jetzt den Bereich E-Learning angeht, jetzt schon beobachten, dass dort geplante Investitionen jetzt einfach zurückgestellt worden sind. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass E-Learning-Projekte in gewisser Weise auch immer IT-Projekte sind, und da leidet E-Learning auch etwas drunter, dass die IT-Budgets zur Zeit auch einfach eingefroren und gekürzt sind. Und Weiterbildung ist leider auch ein Bereich, in dem in konjunkturell schlechten Zeiten gerne schon mal gekürzt wird."
10'37" O-Ton Dr. Volker Hasewinkel, Telekom Training Center:
"Die Illusion, man könne immens Kosten sparen durch den Einsatz von E-Learning, ist inzwischen aus der Diskussion deutlich verschwunden. Denn das E-Learning ist natürlich auch eine Methode, die einen hohen Aufwand erfordert. Deswegen sind gerade auch kleinere oder mittelständische Unternehmen oft gar nicht in der Lage, das alleine einzusetzen."
11'00"
In der Qualifikation der Mitarbeiter liegt das Kapital der Zukunft. Nur so können Innovationen getätigt und ein Vorsprung gegenüber der Konkurrenz realisiert werden. Deshalb muss betriebliche Weiterbildung ein wichtiger Bestandteil in Unternehmen sein.
11'21"
In den Bereich der Hochschulbildung bringt E-Learning eine zusätzliche Facette des Lernens. Neben dem bisherigen Lehrangebot ist der Student der Zukunft über den PC ständig mit wichtigen Datenbanken verbunden. Trotz derzeitiger Zurückhaltung wird sich der Einsatz der neuen Medien durch schnellere, gezieltere und flexiblere Wissensvermittlung ausweiten.
11'58" O-Ton Lernprogramm:
"Viel Erfolg und viel Spaß bei der Arbeit. Machen Sie sich am besten selbst ein Bild."
Goethe-Institut 2002