Deutsch III - Anette Kind/Ulrich Kamien

Universität Porto

  

 

Kubus 47: Die Pisa-Studie und ihre Folgen (Länge ca. 13 Minuten)

 

Lösungblatt

Aufgabe 1: Lesen Sie sich die Hintergrundinformation durch!

 

1.       Wie viele Staaten haben weltweit an der Studie teilgenommen? 32

2.       Worauf mussten sich die Schulexperten der verschiedenen Länder einigen? was als wirklich wesentlicher Grundstock der Schulbildung betrachtet werden sollte

3.       Welches Ziel verfolgt die Pisa-Studie? vergleichbare Daten über die Leistungsfähigkeit der Bildungssysteme der einzelnen Staaten zu liefern

4.       In welchen Fächern werden die Schüler überprüft? Leseverständnis, Mathematik, Naturwissenschaften

5.       Was wird bei Pisa abgetestet? Es prüft, was Schüler für das Leben brauchen.

6.       Was will Pisa mit der Studie erreichen? Ansatzpunkte für Verbesserungen aufzeigen

7.       Was wird über die soziale Herkunft in Bezug auf den Lernerfolg gesagt? In keinem anderen Industrieland ist die soziale Herkunft so entscheidend für den Schulerfolg wie in Deutschland. (entscheidend für!!!)

8.       Wie sind Ausländerkinder in Deutschland gestellt? Sie haben es schlechter als in anderen Industrienationen mit ähnlichem Ausländeranteil.

9.       Müssen deutsche Kinder den Kindergarten besuchen? Nein, es ist nicht verpflichtend.

10.   Wer geht zur Hauptschule? Alle Schüler, die nicht auf weiterführende Schulen gewechselt sind.

11.   Welchen Schulabschluss braucht man in Deutschland, um ein Hochschulstudium aufnehmen zu können? das Abitur

12.   Welche Abschlüsse können in der Gesamtschule erworben werden? Hauptschulabschluss, Mittlere Reife (Realschulabschluss), Abitur

 

 

Aufgabe 2: Sehen Sie sich den Film an. Lesen Sie sich vorher die Aufgaben zum Film durch. Beantworten Sie die Fragen zum Film!

1. Man will allen Schülern die gleichen Chancen ____.

a. ausräumen         b. anräumen         c. einräumen         d. beiräumen

2. Wo landeten die Deutschen?

a. ganz unten         b. im unteren Drittel         c. an dritter Stelle         d. unter den ersten Drei

3. Stimmt das? Kreuzen Sie an, ob das im Text gesagt wird!    xja   qnein

Frau Dr. Petra Stanat sagt, dass man mittels Aufgaben, die realistische Kontexte darstellten, die Schüler überprüft hat.

4. Professor Rolff sagte, dass die Leistungen der deutschen Schüler verglichen mit andern Industrienationen ____ seien.

a. durchschnittlich         b. überdurchschnittlich         c. unterdurchschnittlich        

5. Stimmt das? Kreuzen Sie an, ob das im Text gesagt wird!    qja   xnein

Professor Rolff behauptet, dass Arbeiter- und Migrantenkinder nur halb so viele Chancen haben wie deutsche Bürgerkinder, zum Abitur zu kommen.

(Nein, denn er sagt, dass die Chancen zum Teil nur zu einem Fünftel so groß sind.)

6. Wonach wird im Zusammenhang mit der Bildungsmisere gesucht?

a. nach Lösungen         b. nach Ratschlägen        c. nach Patenrezepten        d. nach Verantwortlichen

7. Stimmt das? Kreuzen Sie an, ob das im Text gesagt wird!    xja   qnein

Einer der Schüler behauptet, dass der Unterricht langweilig ist, wenn die Lehrer den Unterricht nicht gut gestalten.

8. Welche Frage wird im Zusammenhang mit dem Schulsystem immer öfter gestellt? Die Frage nach  ___:

a. dem Abschluss        b. der Zukunftstauglichkeit        c. den Möglichkeiten        d. der Berufsqualifizierung

9. Stimmt das? Kreuzen Sie an, ob das im Text gesagt wird!    xja   qnein

Frau Dr. Stanat sagt, man müsse in der Grundschule sicherstellen, dass besonders die sprachlichen Fähigkeiten gefördert werden.

10. Was schafft das deutsche Schulsystem nicht?

a. Kinder zu motivieren         b. ausländische Kinder im Unterricht ausreichend zu fordern

c. soziale Benachteilungen auszugleichen        d. Lehrer aus der Kritik zu nehmen

11. Stimmt das? Kreuzen Sie an, ob das im Text gesagt wird!    xja   qnein

Professor Rolff fordert, dass die Lehrer in ihren Klassen viel häufiger die Gruppenarbeit als Unterrichtsform wählen sollten.

12. Wie empfindet eine Studentin die Ausbildung während ihres Studiums?

a. als praxisfern         b. als praxisorientiert        c. als praktisch        d. als praxisfremd

13. Stimmt das? Kreuzen Sie an, ob das im Text gesagt wird!    qja   xnein

Überdurchschnittlich gut haben diejenigen Kinder abgeschnitten, die das Gymnasium oder eine Ganztagsschule besucht haben.

(Nein, denn hier wird nicht über Gymnasien gesprochen.)

14. Gegen welchen Ausdruck wehrt sich Dr. Klaus Bert Becker?

a. Eltern als Alleinschuldige         b. Lehrer als faule Säcke        c. Ganztagsschule als Kinderknast        d. desinteressierte Kinder

15. Stimmt das? Kreuzen Sie an, ob das im Text gesagt wird!    xja   qnein

Gerhard Löw, Schulleiter in Leverkusen, will an seiner Schule erreichen, dass die Schüler nicht nur zum Lernen kommen, sondern auch weil sie sich dort wohlfühlen.

16. Die Lehrerin Dr. Dorothea Germer legt besonderen Wert auf den Begriff __________.

a. Effektivität        b. Berufsorientierung        c. Schülerorientierung        d. Teamfähigkeit

17. Stimmt das? Kreuzen Sie an, ob das im Text gesagt wird!    qja   xnein

Eine Schülerin sagt, dass es an der Lise-Meitner-Schule zwar zu viele verschiedene Unterrichtsformen gebe, dass ihr das Lernen aber dennoch Spaß mache.

(Nein, denn sie sagt nicht, dass es zu viele Unterrichtsformen gebe.)

18. Von welchem Zeitraum spricht Frau Dr. Stanat, in dem sich etwas ändert?

a. drei Jahre        b. drei bis fünf Jahre        c. 10 Jahre        d. zehn bis fünfzehn Jahre

 

 KuBus 47 - Die Pisa-Studie und ihre Folgen 

00'05"
Bildung wird in Deutschland großgeschrieben, der Schulbesuch bis zum zehnten Schuljahr ist Pflicht. Das zentrale Ziel der Bildungspolitik ist es, allen Kindern gleiche Chancen einzuräumen.
Soweit die Theorie, doch die Praxis sieht anders aus. Die internationale Schulleistungsstudie "Programm for International Studend Assessment", kurz "Pisa" brachte es an den Tag: Im internationalen Vergleich versagen deutsche Schulen und ihre Schüler.
Die miserablen Ergebnisse der Studie waren für die Nation der Dichter und Denker ein Schock: Die Deutschen landeten mit ihren Ergebnissen lediglich im unteren Drittel. Von 32 teilnehmenden Staaten erreichte Deutschland in den Bereichen Mathematik und Naturwissenschaften Platz 20, beim Leseverständnis nur Platz 21.

01'01" O-Ton Dr. Petra Stanat, Koordinatorin der Pisa-Studie für Deutschland, Max-Planck-Institut
         für Bildungsforschung, Berlin
"Also in Pisa ging es um mehr als Schulwissen. Man hat versucht, Basiskompetenzen zu erfassen. Das bedeutet, man hat nicht versucht, das abzutesten, was in den Curricula unbedingt steht, sondern man hat einen normativen Ansatz gewählt und sich gefragt, was müssen Schülerinnen und Schüler für Kompetenzen haben gegen Ende der Schulpflicht. Man hat also die Bewährung dessen, was in der Schule gelernt wird, in authentischen Kontexten erfasst. Konkret ist es getan worden anhand von Aufgaben, die realistische Kontexte darstellen, und die Schülerinnen und Schüler mussten ihr Wissen, was sie in der Schule erworben haben, nutzen, um diese realistischen Problemstellungen zu lösen."

01'42" O-Ton Professor Hans-Günther Rolff, Leiter Institut für Schulentwicklungsforschung, Dortmund
"Die entscheidenden Ergebnisse kann man in zwei, drei Punkten zusammenfassen, dass wir insgesamt über all diese Fächer hinweg im Vergleich zu anderen Industriestaaten unterdurchschnittliche Leistungen zeigen. Dass die Leistungen im Lesen in Deutschland am meisten streuen.
Wir haben also durchaus ein paar Prozent sehr gute Leser, aber wir haben auch die schlechtesten Leser, und die Streuung, die Bandbreite ist bei uns am größten. Und dann, was bei uns in der öffentlichen Diskussion allerdings wenig hervorgehoben wurde, dass die soziale Auslese an den deutschen Schulen größer ist als bei allen anderen Ländern, die bei Pisa mitgemacht haben. Also die Chancen von Arbeiterkindern oder Migrantenkindern sind zum Teil nur zu einem Fünftel so groß wie die Chancen von Bürgerkindern, von deutschen Bürgerkindern, das Abitur zu machen."

02'41"
Nachdem das schlechte Abschneiden Deutschlands in der Pisa-Studie bekannt wurde, ist eine heftige Diskussion entbrannt. Es wird nach den Verantwortlichen für die Bildungsmisere gesucht. Lehrer, Schüler und Bildungspolitiker schieben sich gegenseitig die Schuld zu und überbieten sich mit Ratschlägen und Rezepten. Auch an den Schulen wird diskutiert, wer für die miserablen Ergebnisse verantwortlich ist.

03'03" O-Ton Schüler 1
"Es ist auf jeden Fall nicht schön, dass Deutschland da so weit hinten liegt. Aber woran es liegt..."

03'09" O-Ton Schülerin 2
"Es kann ja auch an den Lehrern liegen, dass die uns den Stoff vielleicht nicht richtig beibringen oder dass die den Unterricht halt nicht so gestalten, wie wir uns das vorstellen oder wie uns das interessieren würde."

03'21" O-Ton Schülerin 3
"Wenn die den Unterricht nicht gut gestalten, dann interessiert das die Schüler auch nicht, dann ist der Unterricht langweilig."

03'29"
Nach dem Schock, den die Pisa-Studie ausgelöst hat, steht das Schulsystem auf dem Prüfstand.
Kinder in Deutschland werden mit sechs Jahren eingeschult und gehen vier Jahre auf die Grundschule. Danach bietet das dreigliedrige Schulsystem - je nach Leistung und Berufswunsch des Schülers - unterschiedliche Möglichkeiten, weiterführende Schulen zu besuchen und studien- oder berufsqualifizierende Abschlüsse zu erwerben. Jetzt wird immer häufiger die Frage gestellt, ob dieses Schulsystem auch zukunftstauglich ist.

04'20" O-Ton Professor Hans-Günther Rolff, Leiter Institut für Schulentwicklungsforschung, Dortmund
"Pisa war dringend notwendig. Wir haben uns ja bisher gesonnt in dem Glauben, wir würden zwar stark auslesen in diesen drei Schulformen, aber dafür wäre unsere Leistung besonders gut. Aber das hat sich ja als Mythos erwiesen. Wir lesen sehr stark aus, aber haben dennoch eine unterdurchschnittliche Leistung. Also dieser Pisa-Schock war absolut notwendig."

04'44" O-Ton Dr. Petra Stanat, Koordinatorin der Pisa-Studie für Deutschland, Max-Planck-
         Institut für Bildungsforschung, Berlin
"Wenn man so früh gliedert, muss man sicherstellen, dass die Chancen ausgeglichen sind, dass man also im grundschulischen Bereich sehr stark fördert und insbesondere auch im sprachlichen Bereich fördert. Ich glaube, das ist auch eine wichtige Botschaft: Lesen, und das zeigen die Daten der Pisa-Studie, ist eine Schlüsselqualifikation. Es wird ja viel gesprochen von Schlüsselqualifikationen, da ist von allgemeinen Problemlösekompetenzen die Rede, von sozialen Kompetenzen, man vergisst da, glaube ich, oft den sprachlichen Bereich. Das ist eine Basiskompetenz, die Voraussetzung ist für alles weitere Lernen."

05'20"
Wer die deutsche Sprache nicht beherrscht, schafft keinen guten Schulabschluss. Das trifft in Deutschland besonders oft auf Kinder aus ausländischen Familien zu.
Das Schulsystem schafft es nicht, soziale Benachteiligungen auszugleichen und ausländische Kinder zu integrieren. Laut Pisa werden in Deutschland diese Kinder schlechter gefördert als in andere Nationen mit ähnlichem Ausländeranteil.
Aber nicht nur das Schulsystem, auch die Lehrer stehen im Kreuzfeuer der Kritik.

05'47" O-Ton Professor Hans-Günther Rolff, Leiter Institut für Schulentwicklungsforschung, Dortmund
"Es hapert daran, dass unsere Lehrpersonen Einzelkämpfer sind. Dass sie alleine im Klassenzimmer stehen, dass sie manchmal sogar Pädagogik und ihre Klasse als eine Art Privatangelegenheit ansehen. Das ist meine Klasse, die will ich behalten, und und und... Aber es ist nicht die Klasse des einzelnen Lehrers, es sind Schüler, und für diese Schüler ist die ganze Schule verantwortlich. Wir arbeiten viel zu wenig in Gruppen. Wir haben viel zu viel eine Unterrichtsform, nicht nur im Auge, sondern praktizieren sie auch, die belehrend ist und nicht das Lernen der Schülerinnen und Schüler unterstützt, nicht die Eigenaktivität unterstützt."

06'28"
Jetzt steht eine Reform der Lehrerausbildung, an die nach dem Universitätsstudium ein zweijähriges Studienseminar anschließt, zur Diskussion. Zu praxisfern – lautet der Vorwurf der Kritiker an der Ausbildung.

06'38"
Wie sehen die Studenten des Düsseldorfer Studienseminars ihre Ausbildung? Sind sie gut auf den Lehrerberuf vorbereitet?

06'53" O-Ton Studentin 1
"Die Ausbildung während des Studiums ist sehr praxisfern, das muss ich auch sagen, also das ist jetzt auch meine Erfahrung. Mit Sicherheit. Dagegen in der Schule geht es jetzt wirklich ans Eingemachte und man wird direkt in die Klassen reingestellt und muss dann halt auch selber mal ausprobieren."

07'09" O-Ton Studentin 2
"Man wird zwar inhaltlich gut ausgebildet, und ich habe gerade im Fach Sport auch sehr viel Praxiserfahrung vermittelt bekommen, aber ich habe halt die ganze Zeit keinen einzigen Schüler gesehen. Und man wird auch einfach nicht darauf vorbereitet, diese Rolle dann einnehmen zu müssen oder einnehmen zu wollen, weil man einfach zu wenig Praxiserfahrung sammeln kann. Es gibt zu wenig Praktika. Und auch innerhalb der Lehrveranstaltungen wird zu wenig Gewicht auf Didaktik und Methodik gelegt."

07'39"
Bei der Suche nach Auswegen aus dem Bildungsnotstand wird jetzt der Ruf nach Ganztagsschulen laut. Bisher findet in Deutschland nur jedes zwanzigste Kind einen Platz in einer solchen Einrichtung. In anderen Ländern wird traditionell bis in den Nachmittag unterrichtet. Diese Länder haben in der Pisa-Studie zumeist besonders gut abgeschnitten. Ist die Einführung von Ganztagsschulen auch für Deutschland eine Lösung?

08'02" O-Ton Dr. Klaus Bert Becker, Leiter Studienseminar Düsseldorf
"Ich bin selber dreizehn Jahre lang Schulleiter einer Ganztagsschule gewesen. Und wenn der Ganztag nicht attraktiv gemacht wird, wenn er nicht rhythmisiert wird, dazu braucht man auch Personal natürlich, dann wird er oft als eine Strafe angesehen. Besonders, wenn andere Kinder nach Hause gehen können. Da machen uns andere Länder mit einer Ganztagsschul-Tradition schon lange etwas vor - im positiven Sinne etwas vor. Die Vorstellung, Ganztagsschule als Kinderknast, auch bei uns kulturell hervorgerufen, weil das schlechte Eltern sind, die ihre Kinder den ganzen Tag weggeben, diese Vorstellung muss überwunden werden. Die muss auch kulturell überwunden werden."

08'51"
Das Lise-Meitner-Gymnasium in Leverkusen ist eine der wenigen Schulen, die schon vor rund fünfzehn Jahren auf Reformen gesetzt haben. Hier treffen Schulleiter und Lehrerrat gemeinsam Entscheidungen. Die Schule verfügt über ein eigenes Finanzbudget und darf eigenständig Lehrer einstellen. So kann direkt auf die schuleigenen Bedürfnisse eingegangen werden, ohne lange bürokratische Wege zu beschreiten.

09'11" O-Ton Gerhard Löw, Schulleiter Lise-Meitner-Gymnasium, Leverkusen
"Es geht darum, diese Schule im Sinne eines Hauses des Lernens zu verändern. Und dann kommt der Schüler auch morgens nicht mehr mit dem Gedanken in die Schule, wann komme ich hier möglichst schnell wieder raus, sondern er weiß, da gibt es Räume, da gibt es Plätze, wo ich gut sitzen kann, wo ich mich wohlfühle, wo ich gut lernen kann, wo ich auch meinen Imbiss einnehmen kann, wo ich auch kommunizieren kann. Mit Lehrern, mit Mitschülern. "

09'46"
Neben dem herkömmlichen Unterricht wird am Lise-Meitner-Gymnasium auch nach neuen pädagogischen Konzepten gelehrt und gelernt.

09'57"
Der Lehrer verzichtet dabei auf den Frontalunterricht und nimmt die Rolle eines Moderators ein.
Ziel dieser Unterrichtsmethode ist es, den Schülern die Arbeit in Teamstrukturen beizubringen und sie zum selbstständigen Lernen zu ermutigen.

10'23" Lehrerin Dr. Dorothea Germer
"Ich denke, dass das Unterrichtsmethoden sind, die für die Zukunft ganz wesentlich sein werden und dass wir gar nicht mehr anders arbeiten können und dürfen eigentlich, weil Teamfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit einfach Basisqualifikationen sind. Und die braucht man nicht nur für effektives Lernen, dafür sind sie schon ganz entscheidend, sondern das sind eben die Schlüsselqualifikationen, die in jedem Beruf notwendig sind. Es gibt keine Einzelkämpfer mehr und es gibt keinen mehr, der sagen kann, ich habe meinen Beruf gelernt, ich bin fertig, ich brauche mich um nichts mehr zu kümmern. Das geht nicht. Und deswegen finde ich das ganz wichtig, das möglichst früh zu beginnen. Auch schon bei so ganz Kleinen, dass das einfach Routine wird und automatisch wird. Was nicht heißt, dass es auch Phasen gibt, wo man alleine arbeiten muss."

11'12"
Auch im Philosophieunterricht geht es darum, Probleme zu erkennen und problemorientiert zu diskutieren. Nicht reines Auswendiglernen ist gefragt, sondern die eigene Meinung zu präsentieren und vertreten zu können.

11'26" O-Ton Schülerin 1
"Ich finde, das Lernen hier ist eigentlich sehr offen. Es gibt sehr viele verschiedene Arten, hier zu lernen. In Gruppen, in größeren Gruppen, im Unterricht als Unterrichtsgespräche, dann Partnerarbeiten. Also mir macht das Lernen eigentlich Spaß."

11'42" O-Ton Schüler 2
"Ich weiß nicht, es soll ja noch viel geändert werden. Mal schauen, was die Zukunft bringt.

11'51"
Die Pisa-Studie hat die Deutschen wachgerüttelt. Für die einen sind die Ergebnisse ein Desaster, für die anderen ein heilsamer Schock. Eines aber ist klar: Das schlechte Abschneiden der Deutschen wird Konsequenzen haben. Reformen sollen dafür sorgen, dass der 25. Platz unter 32 Nationen ein einmaliger Ausrutscher bleibt.

12'12" O-Ton Dr. Petra Stanat, Koordinatorin der Pisa-Studie für Deutschland,
         Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin
"Meine Hoffnung ist natürlich, dass es kein Strohfeuer ist. Das Schöne an der Studie ist ja, sie kommt wieder. Das heißt, man kann nicht einfach wieder zur Tagesordnung übergehen, sondern man wird sich wieder diesen Fragen stellen müssen. Es ist natürlich nicht zu erwarten, dass sich in den nächsten drei Jahren etwas gravierend ändert. Das heißt, dass gravierende Veränderungen in den Ergebnissen zu verzeichnen sein werden. Man muss mit einer Perspektive von zehn bis fünfzehn Jahren rechnen. Aber ich glaube, es hat schon ein Umdenken stattgefunden. Es wird von einer empirischen Wende in der Erziehungswissenschaft und in der Bildungsforschung gesprochen. Und meine Hoffnung ist, dass diese Aufbruchstimmung auch zu konkreten Handlungen führt, die letztlich zu Verbesserungen führen werden."

12'55" BE

Goethe-Institut 2002

 

 

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